Bei einem plötzlichen Schmerz in der Brust und teils gar Problemen beim Atmen, liegt der Gedanke an einen Herzinfarkt nahe. Doch in der Notaufnahme stellt sich heraus: Nicht das Herz hat die Beschwerden ausgelöst, sondern ein Nerv. So erging es einer Leserin, die sich bei Kardiologin Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher meldete. Eine andere Leserin schreibt, eine Behandlung der Brustwirbelsäule habe ihr Herzrasen damals unmittelbar beendet. Seither habe sie „schon viele Menschen zu Chiropraktikern und Osteopathen geschickt, um sich unter anderem bei Herzrasen helfen zu lassen“ – ihr zufolge mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent. Doch lässt sich daraus eine allgemeine Empfehlung ableiten? Und können Betroffene selbst erkennen, ob das Herz oder ein Nerv verantwortlich ist?

In diesem Teil der Serie „Herz-Doc“ ordnet Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, solche Fälle ein. „Denn sie sind gar nicht so selten“, wie sie sagt. Einfache Selbsttests könnten zwar Hinweise liefern, aber auch gefährlich in die Irre führen. „Es ist im Einzelfall tatsächlich nicht zu unterscheiden. Das können auch Kardiologen trotz jahrelanger Berufserfahrung nicht immer“, sagt Tiefenbacher. Welche Anzeichen dennoch eher für einen Nerv oder die Muskulatur sprechen – und wann man direkt in die Notaufnahme sollte.

Herzinfarkt? Brustschmerzen sind nicht immer eindeutig