Wir müssen über den neuen Magerwahn reden. Aber nicht, indem wir sehr schlanke Stars wie Ariana Grande anhand von Fotos für krank erklären. Niemand kann einem Menschen eine Essstörung ansehen. Das öffentliche Vermessen weiblicher Körper ist übergriffig – auch wenn die Sorge und der Schock beim Anblick solcher Bilder nachvollziehbar sind.

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Es geht um etwas anderes: Hinter der Fixierung auf einzelne Prominente vollzieht sich ein gesellschaftlicher Rückschritt. Nach Jahren von Body Positivity werden die Menschen auf Laufstegen, roten Teppichen und in Feeds wieder sichtbar dünner. Abnehmspritzen erscheinen als Abkürzung zum Wunschkörper. Problematisches Ess- und Sportverhalten tarnt sich als Disziplin, Fitness und Gesundheit.
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Die Folgen treffen eine Generation, die diesem „Ideal“ kaum entkommt. Heute steht das vermeintliche Vorbild für Perfektion nicht nur auf Magazin-Covern, es zeigt sich rund um die Uhr im Smartphone. Wer länger auf ein Bild schaut, bekommt ähnliche Motive nachgeliefert. Gerade gefährdete Jugendliche können so in einen algorithmischen Tunnel geraten, in dem der eigene Körper hässlich und falsch erscheint.

Eltern sollten nicht warten, bis ein Gewichtsverlust ihrer Kinder unübersehbar wird. Sie sollten früh über Filter, inszenierte Feeds und den Preis extremer Körperideale sprechen – schon im Grundschulalter. Und die Figur des Kindes weder abwertend noch bewundernd kommentieren, dafür eigene Diäten und Körperklagen hinterfragen. Kinder hören genau hin. Da wir nicht jeden schädlichen Einfluss verhindern können, sollten wir anfangen, wo wir wirklich etwas ändern können.






