Durch Gerdas Kopf schwappt eine Gedankenflut. So beschreibt die 61-Jährige, die eigentlich anders heißt, was in ihr vorgeht. „Schon beim Aufstehen morgens rasen meine Gedanken“, sagt sie. In solchen Momenten fühlt sich Gerda gefangen, eingesperrt durch sich selbst. „Ich sitze zu Hause fest. Mein Geist lässt mich nicht raus. Ich möchte viel und kann nichts.“
Die Gründe für ihr Leiden liegen rund 58 Jahre zurück. Gerda wurde missbraucht. Viele Male, über ihre gesamte Kindheit und Jugend hinweg, von verschiedenen Personen. Begonnen hat die sexuelle Gewalt für sie mit drei Jahren im Elternhaus. Danach lebte Gerda als Kind und später als Jugendliche in vier Heimen. Auch dort erlebte sie Schläge und schwerste Übergriffe. Erst, als sie 17 war, endete zumindest die körperliche Gewalt.





