• Lina erkennt erst Jahre später, dass sie dem Sex nie zugestimmt hatte
  • Eine Sexologin erklärt, warum Betroffene Grenzüberschreitungen oft lange nicht einordnen können
  • Erst durch Therapie kann Lina das Erlebte als Vergewaltigung benennen und ihre Grenzen klarer setzen

Wenn Lina von jenem Abend erzählt, sucht sie nach Worten für etwas, das sie damals nicht einordnen konnte. Was geschah, war für sie nicht eindeutig Gewalt – aber auch nicht nichts. Denn: Als sie nach ihrem ersten Mal das Zimmer ihres Partners verließ, spürte sie, dass etwas nicht richtig war. Hinter ihr blieb das fahle Licht eines Bildschirms. Der junge Mann, mit dem sie gerade intim geworden war, saß wieder vor seinem Computerspiel. Lina ging in ihr eigenes Zimmer – irritiert und ohne Worte, für das, was gerade vorgefallen war.

Lina möchte ihren echten Namen nicht nennen. Sie ist 24, kommt aus China und lebt heute in Europa. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet sie, was passiert ist, wie es dazu kommen konnte und was das in den Jahren danach mit ihr gemacht hat.