Plötzlich Brustdruck, immer mal wieder Atemnot oder Herzstolpern – und dann der Rat aus dem Umfeld: „Lass das lieber vom Kardiologen abklären.“ Klingt sinnvoll, aber in der Realität beginnt für viele genau da der Stress. Leserinnen und Leser schreiben uns, dass sie monatelang auf einen Facharzttermin warten, während die Sorge um ihr Herz immer größer wird. Eine Leserin formuliert es so: „Überall werde ich abgewimmelt. Wie komme ich heute denn überhaupt noch an einen Termin beim Kardiologen?“
In diesem Teil der Serie „Herz-Doc“ haben wir diese Frage direkt an Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher weitergegeben. Die Kardiologin und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung spricht im Interview erstaunlich offen darüber, was realistisch ist, wo die Struktur hakt und was Patientinnen und Patienten selbst tun können. Denn die Ärztin kennt das Problem selbst nur zu gut: „Auch die Wartezeiten bei den niedergelassenen Kardiologen in Wesel betragen für Neupatienten über ein Jahr.“ Doch heißt das wirklich: ein Jahr warten – selbst mit Herzbeschwerden? Nicht unbedingt.



