Es ist still in Jonas‘ Zimmer, so still, wie es in Kinderzimmern selten ist. Kein Lärmen, kein Lachen, kein Streit mit dem jüngeren Bruder. Nur das Licht eines Bildschirms fällt auf das Gesicht des Jungen, der sich aus dem Familienalltag zurückgezogen hat. Draußen läuft das Leben weiter: Schule, Pausenhof, Hausaufgaben, Verabredungen. Drinnen verengt sich die Welt auf das Tablet. Momente wie diese gab es viele in Jonas‘ Leben. Der heute Zwölfjährige war mehrere Jahre mediensüchtig – und damit keine Ausnahme in Deutschland.
So teilte etwa die DAK-Gesundheit Ende Januar 2026 unter Verweis auf eine Untersuchung mit Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) mit, dass mehr als jedes vierte Kind hierzulande zwischen 10 und 17 Jahren eine „problematische Nutzung“ von Medien zeigt. Wie sich Mediensucht im Alltag einer Familie anfühlt, erzählt Jonas’ Mutter Annika Mayer, die eigentlich anders heißt. Auch Jonas ist nicht der richtige Name ihres Sohnes. Sie beschreibt, wie er immer tiefer in eine problematische Mediennutzung rutschte – und wie schwer es war, Hilfe zu finden.






