Essen Sie noch – oder fibermaxxen Sie schon? Nach High Protein, Kollagenpulvern und Prä- und Probiotika rollt bereits der nächste Ernährungstrend an: Fibermaxxing. Gemeint ist damit die gezielte Maximierung der täglichen Ballaststoffzufuhr (engl. „fibre“ = Faser und Ballaststoff). Grundsätzlich keine schlechte Idee: Laut Nationaler Verzehrsstudie II nehmen Menschen in Deutschland im Schnitt nur rund 18 Gramm (Frauen) beziehungsweise 19 Gramm (Männer) pro Tag auf – empfohlen werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung jedoch 30 Gramm.
Wie schon bei früheren Ernährungshypes reagiert der Markt prompt: Mit Marken wie Pop‘It, Super Pop oder OeLemonade drängen aktuell immer mehr Softdrinks mit zugesetzten Ballaststoffen in die Sortimente von Supermärkten und Discountern. Sie seien „besser als andere Sodas“ und „reich an Ballaststoffen (High Fiber)“, werben die Hersteller. Klingt empfehlenswert, zumal Studien einen Zusammenhang zwischen ballaststoffarmer Ernährung und einem erhöhten Risiko für Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen. Aber lässt sich dem westlichen Faserstoff-Defizit tatsächlich sinnvoll mit Ballaststoff-Drinks begegnen? Dr. Matthias Riedl, Ernährungsmediziner und Leiter des Medicum Hamburg, ordnet den Hype ein.






