Swipen, matchen, schreiben – und sich trotzdem leer fühlen. Für viele Singles ist Online-Dating längst kein aufregendes Abenteuer mehr, sondern ein anstrengender Nebenjob. Was als Chance auf Nähe beginnt, endet oft in Frust, Müdigkeit und Rückzug. Inzwischen hat dieses Gefühl einen Namen: Dating-Burnout. Der Begriff ist in der Wissenschaft nicht zufällig gewählt. „Es lehnt sich an die klassische Burnoutforschung an“, erklärt die Psychologin Dr. Wera Aretz.

Sie forscht seit Jahren zu Online-Dating und den emotionalen Dynamiken digitaler Beziehungen. Auch beim Online-Dating zeigten sich ähnliche Muster und Symptome – nur eben außerhalb des Berufslebens, betont Aretz. Die Erschöpfung vieler weiblicher und männlicher Nutzer sei dabei kein persönliches Versagen, sondern vielmehr das Ergebnis eines Systems, das auf Tempo, Vergleich und ständige Verfügbarkeit ausgelegt ist.

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