Lisa ist nicht mehr dieselbe. Es passiert ganz plötzlich: Sie macht weniger Sport als sonst, trifft kaum Freunde, verbringt mehr Zeit im Bett und vor allem – am Handy. Nichts, was auf den ersten Blick alarmierend wirkt. Ihre Eltern erklären es sich zunächst wie viele andere auch: Pubertät, Schulwechsel, Nachwirkungen der Corona-Zeit. Erst Monate später wird klar: Hinter dem radikalen Rückzug der damals Zwölfjährigen steckt kein harmloser Entwicklungsschritt, sondern eine massive psychische Krise mit fatalen Folgen. Und ein Verbrechen, das lange unentdeckt blieb.
Lisa heißt eigentlich anders. Ihre Geschichte erzählt nicht sie selbst, sondern ihre Mutter, die wir hier Anne Schuster nennen. Zum Schutz der Familie möchte sie anonym bleiben. Sie will andere vor dem bewahren, was ihrer Tochter passiert ist – vor dem sogenannten Cybergrooming, der gezielten Manipulation junger Menschen im Netz. Die Masche kann von Erpressung bis hin zu sexuellem Missbrauch reichen. Wie bei Lisa. Hier erzählt ihre Mutter, warum sie erst so spät bemerkten, in welchem Albtraum ihre Tochter Tag für Tag gefangen war – und wie sie ihr heute, drei Jahre später, helfen, das Geschehene zu verarbeiten.





