Die Silvesternacht ist für viele ein magischer Moment: Sie steht für Neubeginn, Hoffnung und ja, auch für Raclette, Fondue, Wachsgießen – und Feuerwerk. Das private Zünden von Böllern und Raketen, um den Himmel mit Glitzern zu erleuchten, ist für viele ein liebgewonnenes, emotionales Ritual. Doch der Spaß der Einzelnen darf nicht länger die massiven Kosten für die Allgemeinheit übersteigen.

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Die Argumente gegen die ungezügelte, private Böllerei sind erdrückend und nicht länger zu ignorieren: Der explosionsartige Lärm versetzt nicht nur etliche Menschen, sondern insbesondere Haus- und Wildtiere in Panik. Das kostet sie wertvolle Winterenergie und führt zu Verletzungen.

Hinzu kommt eine extreme Feinstaubbelastung binnen weniger Stunden, die an vielen Orten die Jahreshöchstwerte erreicht, sowie Müllberge aus Pappe und Plastik, die unsere Straßen und Grünflächen verschandeln.

Silvester: Böller-Unfälle überlasten Notaufnahmen und Rettungskräfte

Darüber hinaus bringen Böller-Unfälle – oft durch unsachgemäße oder illegale Nutzung – das Gesundheitssystem jedes Jahr an den Rand des Erträglichen. Notaufnahmen sind in der Silvesternacht durch Amputationen, schwere Verbrennungen und Augenverletzungen regelmäßig überlastet. Dieses vermeidbare Chaos bindet wertvolle Ressourcen, die an anderer Stelle, etwa in der regulären Notfallversorgung, dringend fehlen. Von vermeidbaren Polizei- und Feuerwehreinsätzen ganz zu schweigen.

Anne-Kathrin Neuberg-Vural
Anne-Kathrin Neuberg-Vural, Redakteurin Ratgeber & Wissen im Ressort Leben der Funke Zentralredaktion. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Vieles spricht also für ein privates Böllerverbot. Es geht dabei nicht darum, die Tradition gänzlich zu beenden, sondern sie verantwortungsvoll zu zentralisieren. Städte und Gemeinden könnten professionelle, zentrale Feuerwerke mit kontrollierter und umweltschonender Pyrotechnik organisieren. So wird der festliche Charakter für alle erhalten – ohne massive gesundheitliche und ökologische Schäden. Und optisch wäre der Zauber, wenn diese gut gemacht sind, sogar noch größer.