Bewegung während der Schwangerschaft tut nicht nur dem Baby gut – auch die werdende Mutter profitiert davon. Eine aktuelle Studie zeigt: Frauen, die sich in der Schwangerschaft regelmäßig sportlich betätigen, erkranken nach der Geburt seltener an einer Wochenbettdepression. Die Ergebnisse der neuen Forschung wurden am 21. September 2025 in der Fachzeitschrift „BJOG“ veröffentlicht.
Bewegung als Schutz gegen Wochenbettdepression: Was sagt die neue Studie?
In Deutschland erlebt etwa jede siebte Mutter nach der Geburt ihres Kindes eine Wochenbettdepression – deutlich mehr, als viele vermuten. Das geht aus den Daten der Deutschen Depressionshilfe hervor. Anders als der sogenannte „Baby Blues“, der meist nach wenigen Tagen verschwindet, handelt es sich dabei um eine ernste psychische Erkrankung, die professionelle Unterstützung braucht. Ein Forschungsteam der Universität Neapel Federico II ist nun der Frage nachgegangen, ob regelmäßige Bewegung während der Schwangerschaft das Risiko für eine postpartale Depression senken kann.
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Das Team um Gabriele Saccone begleitete 398 Schwangere zwischen 20 und 40 Jahren. Bei allen Frauen handelte es sich risikoarme Eingangsschwangerschaften im ersten Schwangerschaftsdrittel. Per Zufallsprinzip wurden die Frauen in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte trainierte bis zur 35. Schwangerschaftswoche dreimal pro Woche bei einem speziell abgestimmten Aerobic-Programm jeweils 60 Minuten lang – die andere Hälfte setzte ihren Alltag ganz ohne gezielte Bewegungsempfehlung fort.
Forschung zeigt Vorteile für Mutter und Kind
Drei Monate nach der Geburt nahmen die Wissenschaftler das seelische Wohlbefinden der Teilnehmerinnen genauer unter die Lupe. Dafür setzten sie einen etablierten Fragebogen ein, die Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS).

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Die Ergebnisse zeigten: Während in der Sportgruppe nur sechs Prozent der Mütter Anzeichen einer Depression zeigten, war der Anteil in der Vergleichsgruppe ohne Bewegungsprogramm mit 20 Prozent mehr als dreimal so hoch. Es zeigte sich zudem, dass ihre Babys seltener auf die Neugeborenen-Intensivstation mussten und die Schwangerschaften im Schnitt etwas länger dauerten.
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Einschränkungen und Übertragbarkeit der Ergebnisse
Für Schwangere kann es sich also doppelt auszahlen, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Schon ein moderates Training, das mit der Ärztin oder dem Arzt abgestimmt wird, kann die körperliche Belastung rund um die Geburt verringern, die Genesung unterstützen und dazu beitragen, die seelische Balance nach der Entbindung zu stärken.
Allerdings weist die Studie einige Einschränkungen auf. So wurde die Untersuchung nur an einem einzigen Zentrum durchgeführt – ob die Resultate also auf andere Regionen übertragbar sind, bleibt offen. Zudem wurden Frauen mit Vorerkrankungen oder sogenannte Risikoschwangerschaften ausgeschlossen. Damit ist nicht klar, ob sich die Erkenntnisse auf alle werdenden Mütter übertragen lassen.
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Auch das Bewegungsverhalten in der Kontrollgruppe, die eigentlich keinen Sport machen sollte, wurde nicht genau erfasst – einige könnten trotzdem aktiv gewesen sein, was das Ergebnis beeinflusst haben könnte. Zudem wurden depressive Symptome vor Beginn der Studie nicht systematisch abgefragt. All diese Punkte zeigen: Weitere Forschung ist nötig, bevor feste Empfehlungen ausgesprochen werden können.
Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter 112. Sie erreichen die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.









