Zucker macht krank – eine Erkenntnis, die sich in der aktuellen Debatte über die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen widerspiegelt. Diskutiert werden unter anderem präventive Gesundheitsmaßnahmen wie eine Zuckersteuer. Ein Modell findet sich in den 66 Empfehlungen, die eine Expertenkommission kürzlich vorgelegt hat: 26 Cent pro Liter bei einem Zuckergehalt von 5 bis unter 8 Gramm pro 100 Milliliter und 32 Cent bei 8 Gramm und mehr. Gesundheitsexperten fordern eine solche Steuer seit Langem.
Ebenfalls seit Langem, genauer gesagt seit den 1960er-Jahren, gelten Zuckerersatzstoffe als Hoffnungsträger für Menschen, die Kalorien sparen, ihre Zähne schonen oder abnehmen wollen. Was als Errungenschaft der Lebensmittelindustrie begann, ist heute fester Bestandteil zahlloser Produkte – von Light-Getränken über Eiweißpulver bis hin zu Müsliriegeln. Doch die vermeintliche Alternative zum Haushaltszucker birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Dr. Matthias Riedl, Ärztlicher Leiter des medizinischen Versorgungszentrums Medicum Hamburg und NDR-Ernährungs-Doc, sieht Erythrit, Xylit und Co. skeptisch. Denn: Erst nach und nach zeigen Studien, welchen Nutzen und vor allem welche Risiken die Zuckerersatzstoffe bergen. Ein Stoff kommt schon jetzt besonders schlecht weg.





