Als Annette Kast-Zahn mit ihrem einjährigen Sohn eine Vorsorgeuntersuchung wahrnahm, schaute sich der Kleine aufmerksam einen weißen Herrnhuter Stern an, der an der Decke befestigt war. „Drei Monate später waren wir noch mal dort, und der Stern war weg. Mein Sohn zeigte auf die Stelle, wo er gehangen hatte, und sagte ‚Tern?‘ Ich war schwer beeindruckt“, erzählt die psychologische Psychotherapeutin für Kinder und Erwachsene Jahrzehnte später. Dieses Verhalten ihres Babys verblüffte die heute 69-Jährige.
In der Forschung ist es noch ein Rätsel, von welchem Alter an Kleinkinder Erinnerungen speichern und später wieder abrufen können. Fest steht, dass sich niemand an seine früheste Kindheit erinnern kann. Bisher ging man davon aus, dass diese komplexe Gehirnleistung frühestens im Alter von ein bis zwei Jahren anfängt. Eine Studie an der New Yorker Columbia Universität kam jetzt teilweise zu anderen Ergebnissen.





