- Wie wichtig ist es, wann wir die erste Mahlzeit zu uns nehmen?
- Eine Studie zeigt: Besonders im Alter kann es von zentraler Bedeutung sein
- Was Forscher nun herausgefunden haben
Ein paar Minuten später gefrühstückt – was soll das schon ausmachen? Im Alter offenbar eine ganze Menge. Laut einer neuen Studie der University of Manchester ist der Zeitpunkt des Frühstücks nicht nur eine Frage der Gewohnheit, sondern ein Indikator für das gesundheitliche Risiko und sogar die Lebenserwartung. Die Forschungsergebnisse wurden in am 4. September in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.
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Studie: Forschungsteam wertet Jahrzehnte des Essensverhaltens aus
Für die Untersuchung griffen die Forscherinnen und Forscher auf Daten der UMLCHA-Kohorte zurück, einer Langzeitstudie mit knapp 3000 Probanden aus Großbritannien. Zwischen 1983 und 2017 füllten die Studienteilnehmer regelmäßig Fragebögen zu ihrem Ess- und Schlafverhalten, ihrem Gesundheitszustand und ihren Lebensstilfaktoren aus. Zusätzlich standen für einige Personen genetische Daten zur Verfügung, die es ermöglichten, individuelle Risikoprofile für einen Abend-Chronotyp (späteres Schlaf- und Essverhalten) oder Adipositas zu erstellen und in die Analyse einzubeziehen.

Durch die Kombination aus Ernährungsdaten, gesundheitlichen Symptomen und genetischen Analysen konnten die Forscher erstmals aufzeigen, wie sich das Essverhalten über Jahrzehnte hinweg entwickelt – und welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit hat.
Später frühstücken: Ein Warnsignal für Krankheiten?
Wie die Studie offenbarte, verschiebt sich das Frühstück pro Lebensjahrzehnt im Schnitt um 2,89 Minuten nach hinten – was sich im Laufe des Alters auf etwa 45 Minuten summieren kann. Besonders auffällig war, dass vor allem Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Depressionen, Problemen mit der Zahngesundheit oder körperlicher Erschöpfung später frühstückten und insgesamt in einem kürzeren Zeitfenster aßen.
Dies könnte laut den Wissenschaftlern ein Hinweis darauf sein, dass der Ernährungstakt im Alter nicht nur durch natürliche Veränderungen, sondern auch durch krankheitsbedingte Faktoren beeinflusst wird. Auch genetische Dispositionen spielten eine Rolle: Menschen mit einem genetischen „Abendtypus“ schoben ihre Mahlzeiten tendenziell weiter nach hinten. Eine genetische Veranlagung für Adipositas stand hingegen in keinem eindeutigen Zusammenhang mit den Essenszeiten.
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Frühstückszeit erhöht das Sterberisiko deutlich
Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass ein späteres Frühstück mit einem erhöhten Sterberisiko einhergeht. Mit jeder Stunde Verzögerung des Frühstücks stieg das Risiko um acht Prozent. Selbst nach Berücksichtigung von Faktoren wie Vorerkrankungen oder Lebensstil blieb dieser Zusammenhang bestehen. Besonders deutlich wird dies bei den Überlebensraten: Nach zehn Jahren lebten in der „Frühesser“-Gruppe noch 89,5 Prozent der Studienteilnehmer, während es in der „Spätesser“-Gruppe lediglich 86,7 Prozent waren.

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Die Studienergebnisse machen deutlich, dass nicht nur was wir essen, sondern auch wann wir essen, einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit und Lebenserwartung haben kann – besonders im Alter. Ein späteres Frühstück und ein engeres Essenszeitfenster könnten Frühindikatoren für körperliche und psychische Beeinträchtigungen sein, von Schlafstörungen über Depressionen bis hin zu Multimorbidität – also mehreren gleichzeitig bestehenden Krankheiten.
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Einschränkungen der Studie
Trotz der aufschlussreichen Ergebnisse hat die Studie einige Einschränkungen, die berücksichtigt werden müssen. Die Essenszeiten basierten auf Selbstauskünften der Teilnehmer, was eine potenzielle Verzerrung bedeuten könnte. Zudem wurden Faktoren wie die Nährstoffzusammensetzung der Mahlzeiten sowie Zwischenmahlzeiten nicht erfasst. Auch die körperliche Aktivität blieb unberücksichtigt.
Darüber hinaus basierten die Ergebnisse auf älteren, gesunden Erwachsenen aus Großbritannien, was die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf andere Bevölkerungsgruppen oder kulturelle Kontexte einschränkt. Die Studie zeigt dennoch wichtige Trends auf, erfordert jedoch weitere Untersuchungen, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Essenszeiten, Gesundheit und Sterblichkeit umfassend zu verstehen.











