Behörden in Mecklenburg-Vorpommern schlagen Alarm: Seit Mitte August wurden dort mehrere Ehec-Fälle gemeldet. Der Magen-Darm-Infekt wurde bei bislang 27 Patienten nachgewiesen, 21 davon Kinder und Jugendliche. In mehreren Fällen entwickelten die Patienten schwerwiegende Komplikationen. Einige Patienten werden auf Intensivstationen behandelt, ihr Zustand ist laut den Behörden stabil. Noch unklar ist, wo genau sich die Patienten mit dem Darmbakterium infiziert haben. Die Situation werde genau beobachtet, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit.

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Die Häufung der Fälle hierzulande weckt Erinnerungen an einen Ausbruch im Jahr 2011, bei dem rund 3.800 Erkrankungen erfasst wurden und mehr als 50 Menschen starben. Bisher gebe es keine Hinweise auf eine Häufung von Ehec-Erkrankungen in anderen Regionen Deutschlands, heißt es diesmal vom RKI. In einem belgischen Seniorenheim erkrankten allerdings kürzlich etwa 20 Menschen an den Bakterien, mindestens vier von ihnen starben laut der flämischen Behörde für Pflege und Gesundheit. Auch hier ist die Infektionsquelle jeweils noch unklar.
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Was ist Ehec?
Die Abkürzung Ehec steht für enterohämorrhagische Escherichia coli, also bestimmte krankmachende Stämme des Darm-Bakteriums E. coli. Die Stämme produzieren sogenannte Shigatoxine – starke Zellgifte, die vor allem bei Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen, aber auch bei Wildwiederkäuern wie Rehen und Hirschen vorkommen. Beim Menschen können sie schwere Durchfallerkrankungen auslösen.
Wie lang ist die Inkubationszeit?
Von der Übertragung bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es im Durchschnitt drei bis vier Tage, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf seiner Website schreibt.
Was sind die Symptome?
Die Symptome bei einer Erkrankung beginnen typischerweise mit:
- Übelkeit
- wässrigem Durchfall
- Erbrechen
- starken Bauchschmerzen
- (in seltenen Fällen) Fieber.
Ein Teil der Erkrankten entwickelt einen schweren Verlauf mit krampfartigen Schmerzen und blutigem Stuhlgang (hämorrhagische Kolitis). Eine gefürchtete, lebensbedrohliche Komplikation ist die Folgeerkrankung HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom), die zu Nierenversagen, Blutgerinnungsstörungen, Anämie und neurologischen Problemen führen kann und vor allem bei Kindern und älteren Menschen auftritt. Kinder bis sechs Jahre sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.
Wie lange ist man krank bei einer Ehec-Infektion?
Wie lange die Symptome anhalten, hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Bei leichten Verläufen halten die Beschwerden meist drei bis fünf Tage an. In schwereren Fällen können sie auch mehrere Wochen andauern.

Wie wird der Erreger übertragen?
Ehec wird häufig durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel auf den Menschen übertragen. Darunter fallen etwa Rohmilchprodukte, nicht durchgegartes Fleisch und Gemüse. Aber auch durch den Kontakt zu Wiederkäuern, etwa beim Streicheln, kann eine Ansteckung erfolgen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist als Schmierinfektion möglich, wobei die Bakterien durch unzureichende Händehygiene von einer Person zur anderen gelangen können. Außerdem kann EHEC über verunreinigtes Wasser übertragen werden.
Wie kann ich mich schützen?
Das Ehec-Bakterium kann durch Erhitzen auf mindestens 70 Grad für zwei Minuten, wie beim Kochen und Braten, abgetötet werden. Tiefkühlen ist nicht zuverlässig, um die Bakterien abzutöten. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte man rohe Lebensmittel tierischer Herkunft gut durchgaren und strenge Hygienemaßnahmen einhalten. Insbesondere beim Händewaschen: gründlich mit Wasser und Seife. Bei der Zubereitung sollte man darauf achten, rohes Gemüse und Obst gründlich mit heißem Wasser zu waschen und möglichst zu schälen.
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Wie lange ist man mit Ehec ansteckend?
Eine Ansteckungsgefahr besteht, solange Krankheitserreger im Stuhl ausgeschieden werden. Dies ist auch noch ein bis drei Wochen nach Auftreten der Symptome möglich.
Wie behandelt man Ehec?
Die Therapie erfolgt symptomatisch: Vor allem der Ausgleich von Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusten ist wichtig und das bereits zu Beginn der Symptome. Für den weiteren Verlauf der Erkrankung kann das von entscheidender Bedeutung sein. Eine Ehec-Infektion wird in der Regel nicht mit Antibiotika behandelt, da die Abtötung der Bakterien durch Antibiotika die Freisetzung von Toxinen verstärkt und damit das Risiko für Komplikationen erhöhen kann.
Ist Epec meldepflichtig?
Ja, eine Infektion mit Epec ist nach dem Infektionsgesetz meldepflichtig. Konkret ist der Nachweis darmpathogener E. coli-Stämme meldepflichtig, wozu auch Epec gehört. Dies betrifft insbesondere den Nachweis durch ein Labor und muss an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Bei Verdacht sollt man also dringend einen Arzt aufsuchen.







