Für Millionen von Menschen gehört sie irgendwann zum Alltag: die Lesebrille. Ab Mitte 40 verliert die Augenlinse zunehmend an Elastizität, das Lesen kleiner Schrift wird anstrengend, entspanntes Arbeiten am Smartphone oder am Buch ist kaum noch möglich. Dieses Phänomen heißt Altersweitsichtigkeit, medizinisch Presbyopie, und betrifft früher oder später fast jeden.

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Während bislang nur Brillen, Kontaktlinsen oder teure operative Eingriffe Abhilfe schaffen, gibt es nun einen neuen Ansatz: In den USA hat die Arzneimittelbehörde FDA erstmals Augentropfen zugelassen, die das Sehen in der Nähe verbessern sollen. Das Präparat heißt Vizz und wird vom kalifornischen Pharmaunternehmen Lenz Therapeutics entwickelt. In einer Pressemitteilung wurde der Marktstart für Ende 2025 angekündigt.

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Wirkstoff mit bekanntem Prinzip

Die Tropfen enthalten den Wirkstoff Aceclidin, der in der Augenheilkunde schon länger bekannt ist. Er bewirkt, dass sich die Pupille leicht zusammenzieht. Dieser sogenannte Pinhole-Effekt erhöht die Tiefenschärfe, ähnlich wie bei einer Kamera mit kleiner Blende. So können Betroffene für mehrere Stunden ohne Brille in der Nähe lesen.

Laut Hersteller reicht eine einmalige Anwendung pro Tag aus. In Studien zeigte sich eine Wirkung von bis zu zehn Stunden, ohne dass die Sehschärfe in der Ferne merklich nachließ.

Nebenwirkungen möglich

Die bisherigen Tests deuten auf eine gute Verträglichkeit hin. Zur Prüfung der langfristigen Sicherheit wendeten 217 Personen die Tropfen über sechs Monate hinweg an, nach Angaben des Herstellers wurde das Präparat gut vertragen, schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf.

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Allerdings berichteten rund 20 Prozent der Teilnehmer von leichten Augenreizungen, 16 Prozent von gedämpftem Sehen und 13 Prozent von Kopfschmerzen. Die Beschwerden waren meist mild und gingen von selbst zurück.

Problematisch kann die Anwendung bei schwachem Licht sein. Durch die dauerhaft verengte Pupille fällt weniger Licht ins Auge, nachts oder in der Dämmerung könnte das die Fahrtüchtigkeit einschränken. Der Beipackzettel rät daher zu besonderer Vorsicht beim Autofahren.

Noch keine Zulassung in Europa

In den USA ist Vizz das erste und bislang einzige Aceclidin-Präparat gegen Altersweitsichtigkeit. Ob das Mittel auch nach Europa kommt, ist offen.