Die Entwicklung einer helleren Hautfarbe sowie blauer Augen beim europäischen Menschen konnte zeitlich eingeordnet werden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass diese Merkmale während der Altsteinzeit noch selten auftraten und die Mehrheit der damaligen Population eine dunklere Hautpigmentierung sowie dunkle Augen und Haare besaß.
DNA-Analyse: UV-Strahlungsbedingungen in Europa könnten Hautfarbe verändert haben
Eine aktuelle genetische Studie ergab, dass die für helle Haut, Haare und Augen verantwortlichen Gene bei frühen Europäern erstmals vor etwa 14.000 Jahren, in der späten Altsteinzeit, auftraten. Diese genetischen Variationen blieben jedoch lange Zeit selten und verbreiteten sich erst in jüngerer Vergangenheit stärker.
Laut Silvia Ghirotto, Genetikerin an der Universität Ferrara in Italien, hatten die meisten prähistorischen Europäer bis in die Eisenzeit vor etwa 3000 Jahren überwiegend dunkle Haut, Haare und Augen. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Entwicklung einer helleren Pigmentierung eng mit klimatischen und migrationsbedingten Veränderungen in Europa zusammenhängt. Diese Erkenntnisse liefern neue Einblicke in die Evolution menschlicher Merkmale und deren Anpassung an Umweltbedingungen.
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Die Entwicklung einer helleren Haut könnte für die frühen Europäer einen evolutionären Vorteil dargestellt haben, da sie eine effizientere Synthese von Vitamin D unter den geringeren UV-Strahlungsbedingungen in Europa ermöglichte. Dieses Vitamin ist essenziell für die Gesundheit von Knochen, Zähnen und Muskeln. Im Gegensatz dazu scheint eine hellere Augenfarbe, beispielsweise Blau oder Grün, keinen direkten adaptiven Vorteil geboten zu haben. Daher wird angenommen, dass ihre Entstehung möglicherweise auf zufällige genetische Variationen oder auf sexuelle Selektion zurückzuführen ist.

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Ghirotto und ihr Team analysierten 348 DNA-Proben aus archäologischen Stätten in 34 Ländern Europas und Asiens. Die älteste, 45.000 Jahre alte Probe stammt vom Ust-Ishim-Individuum aus Westsibirien, eine weitere hochwertige Probe von einem 9000 Jahre alten schwedischen Individuum. Da viele Proben degradiert waren, nutzten die Forscher probabilistische Phänotyp-Inferenz und das HIrisPlex-S-System zur Vorhersage von Pigmentierung. Frühe Europäer besaßen ursprünglich Gene für dunkle Haut, Haare und Augen, da ihre Vorfahren erst vor 50.000 bis 60.000 Jahren aus Afrika einwanderten.
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Die Studie ergab, dass helle Augen in Nord- und Westeuropa vor etwa 14.000 bis 4000 Jahren auftraten, während dunkle Haut und dunkles Haar weiterhin dominierten. Einzelfälle, wie ein 17.000 Jahre altes Individuum mit blauen Augen und dunkler Haut, zeigen jedoch genetische Variationen. Die genetischen Grundlagen für hellere Haut erschienen in Schweden zur gleichen Zeit wie helle Augen, blieben jedoch zunächst selten.
Eine statistische Häufung deutet darauf hin, dass blaue oder grüne Augen während dieser Zeit häufiger vorkamen als in früheren oder späteren Perioden. Trotz der Entstehung heller Merkmale blieben sie bis vor etwa 3000 Jahren vereinzelt. Die Forschung zeigt zudem, dass dunkle Haut in Teilen Europas bis zur Kupferzeit weit verbreitet war und regional sogar noch länger dominierte. Paläogenetiker Carles Lalueza-Fox bezeichnete es als überraschend, dass einige Europäer bis in die Eisenzeit Gene für dunklere Pigmentierung besaßen. Die evolutionären Vorteile heller Merkmale sind noch nicht abschließend geklärt.








