Ohne Klimaanlage bleibt oft nur der Griff zum Ventilator. Zwar kühlt er die Luft nicht wirklich herunter, aber bei Hitze sorgt er zumindest für etwas Linderung. Besonders in Dachgeschosswohnungen ist er beinahe unverzichtbar. Doch Vorsicht: Die kompakten Helfer sind nicht ganz ohne Risiko. Wie eine neue Untersuchung aus dem Fachjournal „JAMA“ zeigt, können sie uns ab einer bestimmten Temperatur sogar mehr schaden als nutzen.
Studie: Ventilatoren verstärken den Schweißverlust erheblich
Mit der Studie wollte das Forscherteam um Connor Graham von der Universität Sydney untersuchen, ab welchen Temperaturen und bei welcher Luftfeuchtigkeit die Ventilatoren für unsere Gesundheit schädlich sein könnten. Um das herauszufinden, setzten sie 20 Probanden drei Stunden lang bei feucht-heißer Hitze einem Ventilator aus. Im Fokus der Untersuchung stand die Belastung für das Herz-Kreislauf-System sowie das allgemeine Wohlbefinden.
Auch interessant
Die Probanden wurden in zwei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe hielt sich vor und während des Experiments an die empfohlenen Flüssigkeitsmengen und trank während der Hitzeexposition etwa 37 °C warmes Wasser, um den Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten. Die andere Gruppe verzichtete 24 Stunden lang vollständig auf Flüssigkeiten sowie Lebensmittel mit hohem Wassergehalt und trank auch während der Hitzeexposition nichts.
Das Ergebnis: Die Wissenschaftler stellten fest, dass Ventilatoren den Schweißverlust um bis zu 60 Prozent erhöhen können – die Ventilatornutzung erhöhte die Schweißrate bei allen Probanden. Für Menschen, die bei Hitze nicht ausreichend trinken, kann das kritisch werden. Denn ein erhöhter Flüssigkeitsverlust belastet das Herz-Kreislauf-System zusätzlich – schlimmstenfalls kommt es zu Dehydration.
Forscher: Ab dieser Temperatur können uns Ventilatoren schaden
Wie erklären die Forscher diesen Effekt? Der Ventilator beschleunigt durch den Luftstrom die Verdunstung von Schweiß auf der Haut und sorgt so für Abkühlung. Bei normalen Temperaturen ist das kein Problem. Doch wenn die Hitze die 39-Grad-Marke überschreitet und die Luftfeuchtigkeit bei mindestens 49 Prozent liegt, kann es gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Insbesondere bei unzureichender Trinkmenge kann der Körper schnell an seine Grenzen kommen – selbst bei jungen, gesunden Erwachsenen.
Lesen Sie auch
Weitere Untersuchungen sollen zeigen, wie sich die Nutzung von Ventilatoren auf ältere Menschen auswirkt und ob Medikamenteneinnahme eine Rolle dabei spielt.
pau/fmg






