Mehr als 55 Millionen Menschen weltweit leiden an Demenz. Fast zehn Millionen neue Fälle kommen laut Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr hinzu. Alzheimer ist mit bis zu 70 Prozent die häufigste Form der Demenz – und belastet die Betroffenen schwer. Doch eine neue Studie aus den USA, die in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, hat nun Ergebnisse geliefert, die Alzheimer-Patienten Hoffnung auf Heilung machen könnten.

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Universität von Kalifornien in San Francisco und dem Gladstone Institute haben in mehreren Versuchen Medikamente getestet, die eigentlich bei anderen Krankheiten verschrieben werden – und dabei eine überraschende Wirkung auf Alzheimer-Patienten festgestellt.

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Bei Menschen, die an Alzheimer erkranken, werden durch Eiweißablagerungen die Funktion und Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn zunächst gestört. Später führen die Ablagerungen zum Absterben der Zellen. Häufig ist zuerst der Hippocampus betroffen, der für das Gedächtnis zuständig ist. Als erstes Symptom werden Patientinnen und Patienten deswegen häufig vergesslicher.

Im weiteren Krankheitsverlauf werden zunehmend andere kognitive Funktionen beeinträchtigt, wie die Orientierung, die Sprache und das Urteilsvermögen. Durch die „multifaktorielle Natur“ von Alzheimer – die Krankheit wird durch viele Einflüsse bedingt – sei ein traditioneller Behandlungsplan, der sich nur auf einen Aspekt der Erkrankung fokussiert, oft nicht ausreichend, heißt es in der Studie.

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Die Hoffnungsträger heißen nun: Letrozol und Irinotecan. Beide Medikamente werden eigentlich zur Behandlung verschiedener Arten von Krebs verwendet. Mithilfe einer sogenannten „Connectivity Map“ (deutsch: Verbindungskarte) haben die Forscherinnen und Forscher herausgefunden, dass Menschen, die eines der beiden Mittel im Rahmen einer Krebsbehandlung eingenommen haben, mit niedrigerer Wahrscheinlichkeit an Alzheimer erkrankt sind.

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Auf Basis dieser Erkenntnisse hat das Forscherteam aus den USA begonnen, die Medikamente an Mäusen zu testen. Mit erstaunlichen Ergebnissen:

  • In Kombination miteinander haben Letrozol und Irinotecan Veränderungen im Gehirn rückgängig gemacht, die durch Alzheimer ausgelöst wurden.
  • Die Mäuse, an denen die Mittel getestet wurden, konnten im Anschluss besser Dinge lernen und auch ihr Gedächtnis hat sich verbessert.
  • Die Studie habe gezeigt, dass die Kombinationsbehandlung aus Letrozol und Irinotecan – die sowohl auf Neuronen als auch auf sogenannte Gliazellen abzielt – die Gedächtnisstörungen signifikant verbessert, so die Forscherinnen und Forscher.

Durch eine klinische Studie wolle man nun im nächsten Schritt feststellen, welche Effekte die Krebsmedikamente auf Menschen mit Alzheimer haben könnten. Da beide Medikamente in den USA – wie auch in Deutschland – bereits zugelassen seien, könnte durch weitere Tests entschieden werden, ob sie auch für die Behandlung der neurologischen Krankheit eingesetzt werden dürfen.