Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) galt bislang als klassische Zeckenkrankheit. Doch laut der französischen Lebensmittelbehörde ANSES gibt es einen weiteren, bislang unterschätzten Infektionsweg: den Verzehr von Rohmilch infizierter Tiere.

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Die Erkenntnis basiert auf einem Ausbruch im Jahr 2020 in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Mehrere Personen erkrankten an FSME, nachdem sie Rohkäse aus nicht pasteurisierter Ziegen- und Kuhmilch konsumiert hatten. Dabei berge besonders Rohmilch und Milchprodukte aus roher Ziegenmilch ein größeres Übetragungsrisiko, teilt die Agentur weiter mit.
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Schwere Virusinfektion breitet sich weiter aus – Rohmilch als neuer Risikofaktor
FSME ist eine Viruserkrankung, die Hirnhäute und Gehirn angreifen kann. Etwa 20 bis 40 Prozent der symptomatischen Erkrankten entwickeln schwere neurologische Symptome, darunter Meningitis. Diese könne zu langfristigen Folgen bis hin zum Verlust der Selbstständigkeit führen, warnt ANSES-Expertin Elsa Quillery in der Mitteilung.
Zwar ist FSME noch relativ selten, die Ausbreitungsgebiete nehmen aber zu. Grund dafür ist auch der Klimawandel, denn damit erhalten Zecken zunehmend bessere Lebensbedingungen.
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Um der Übertragung durch Rohmilch entgegenzuwirken, rät die Behörde zur besseren Überwachung des Virus bei Nutztieren, zur konsequenten Pasteurisierung von Milchprodukten und zu schützenden Maßnahmen im Umgang mit Weidetieren, etwa durch das Aufstellen von Zäunen.
FSME-Gefahr: Impfung schützt zuverlässig
Zudem bleibt der klassische Zeckenbiss weiterhin ein relevanter Infektionsweg. Die ANSES empfiehlt, in Wald- und Wiesenregionen lange Kleidung zu tragen und sich gegen FSME impfen zu lassen. Die Impfung schützt zuverlässig, muss aber regelmäßig aufgefrischt werden.
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Von der durch Zecken übertragenen FSME zu unterscheiden ist die Lyme-Borreliose, die durch Bakterien verursacht wird. Sie tritt weitaus häufiger auf und kann ebenfalls langfristige Beschwerden verursachen – allerdings existiert bislang kein zugelassener Impfstoff. Hier hilft nur die frühzeitige Behandlung mit Antibiotika nach einem Zeckenstich.












