Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt vor einem deutschlandweiten Ausbruch von Diphtherie: In seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin (18/2025) schreibt das RKI von Hinweisen auf eine verstärkte Verbreitung des Erregers Corynebacterium diphtheriae (Sequenztyp ST574).

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Bis Ende April 2025 zählte das RKI 126 gemeldete Infektionen. Die meisten Fälle traten zunächst bei Geflüchteten auf, zunehmend sind aber auch wohnungslose, ungeimpfte sowie ältere Menschen mit Vorerkrankungen betroffen. Auffällig ist zudem der Anstieg sogenannter autochthoner Fälle – also Infektionen ohne Auslandsbezug.

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Besonders Atemwegsinfektionen verlaufen laut RKI zunehmend schwer oder sogar tödlich. Das Institut ruft medizinisches Personal und Gesundheitsämter zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Labore sollen bei Verdacht auch auf das Diphtherie-Toxin testen. Positive Fälle müssen gemeldet und Kontaktpersonen konsequent erfasst und betreut werden – insbesondere in Sammelunterkünften.

Diphtherie: RKI zählt mehr Fälle in Deutschland – Aufruf zu Impfung

Ein besonders tragischer Fall ereignete sich in Berlin: Ein zehnjähriger ungeimpfter Junge aus dem Landkreis Havelland erkrankte im September 2024 an Diphtherie und verstarb im Januar 2025 nach monatelanger intensivmedizinischer Behandlung. Der Junge besuchte eine Waldorfschule in Berlin-Spandau und hatte kurz vor Krankheitsbeginn an einer Klassenfahrt in die Uckermark teilgenommen.

Im Rahmen der Kontaktverfolgung wurde bei einem weiteren Familienmitglied des Kindes Diphtherie festgestellt – aufgrund eines bestehenden Impfschutzes verlief die Erkrankung jedoch mild.

Die Impfung gegen Diphtherie gehört zum Standardimpfplan in Deutschland. Sie schützt nicht vor dem Erreger selbst, aber vor den gefährlichen Folgen des Toxins. Das RKI empfiehlt, den Impfschutz regelmäßig zu überprüfen – vor allem bei gefährdeten Gruppen. Eine vollständige Immunisierung sollte bei fehlendem Schutz umgehend nachgeholt werden.

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