Der wohlverdiente Ruhestand kann für viele Menschen nicht früh genug kommen. Doch damit droht häufig auch ein Einschnitt beim Lebensstandard, denn die gesetzliche Rente ist meist deutlich niedriger als das Einkommen während des Berufslebens.

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Wer Geld auf der hohen Kante hat, braucht nun eine sinnvolle Strategie für die schrittweise Entnahme aus diesem Vorsorgevermögen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, woher das Geld kommt. Ob klassisch mit einem Konto und/oder einem weltweit gestreuten Aktien-ETF angespart oder aus der Auszahlung einer Lebensversicherung oder einem Erbe.

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Zunächst sollte man Einnahmen und Ausgaben berechnen:

  • Einnahmenseite: Hier steht in den allermeisten Fällen die gesetzliche Rente. Dazu gibt es eventuell eine Betriebsrente oder die monatliche Auszahlung einer privaten Altersvorsorge. Die Nettowerte zusammengerechnet ergeben das Einkommen im Ruhestand.
  • Ausgabenseite: Hier stehen die Lebenskosten. Das sind alle Ausgaben, die man für ein normales Leben braucht. Angefangen bei der Miete für die Wohnung über Einkäufe, Mobilität und Versicherungen bis hin zum kleinen jährlichen Urlaub, auf den man nicht verzichten möchte. Die Lebenskosten sind für jeden unterschiedlich hoch und liegen meist zwischen 65 und 80 Prozent vom letzten Nettogehalt.

Sind die monatlichen Einnahmen geringer als die Lebenskosten, braucht es eine monatliche Auszahlung aus dem Vorsorgevermögen. Dafür ist es sinnvoll, einen Teil des Kapitals, zum Beispiel 20 Prozent, auf ein Tagesgeldkonto zu legen. Von diesem wird selbstständig per Überweisung ausgezahlt.

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Mit genügend Geld den Ruhestand genießen: Paare und auch Alleinstehende sollten sich frühzeitig Gedanken machen, sie die Rentenlücke schließen wollen. © Getty Images | Goodboy Picture Company

Der Rest, beispielsweise 80 Prozent, darf auch im Ruhestand weiter in einem weltweit gestreuten Aktien-ETF investiert sein beziehungsweise bleiben. Denn der Großteil der Einnahmen im Ruhestand kommt aus der gesetzlichen Rente – also einer sicheren Quelle. Darüber hinaus hören die Prinzipien der Kapitalmärkte im Ruhestand nicht auf zu wirken.

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Und ebenfalls wichtig: Wir leben länger als wir denken – gerade der wohlhabende Teil der Bevölkerung, der es sich leisten kann, einen Teil seines Geldes im Ruhestand zu investieren. Dieser dauert heutzutage in der Regel 15 bis 25 Jahre oder manchmal sogar 30 Jahre.

Wie viele Aktien in der Rente? Diesen Anteil empfiehlt Finanztip

Natürlich ist es auch möglich, nach persönlicher Vorliebe eine andere Aufteilung auf Konto und Depot zu wählen. Finanztip-Untersuchungen haben ergeben, dass eine Aktienquote zwischen 40 und 80 Prozent dafür sorgt, dass das Vorsorgevermögen trotz jährlicher Entnahme am längsten reicht. Ist die Aktienquote geringer, wird zu viel Rendite verschenkt. Und bei höherer Quote steigt das Risiko, dass sich das Kapital von schwachen Marktphasen nicht mehr nachhaltig erholen kann.

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Damit das Geld in der Rente reicht, empfiehlt Finanztip, einen Teil in ETFs zu investieren. So lässt sich die Inflation ausgleichen.© iStock | Cristina Gaidau

Die Idee ist, eine jedes Jahr steigende Summe zu entnehmen, um die Inflation und den damit verbundenen Kaufkraftverlust auszugleichen. Je nachdem, wie viel Kapital vorhanden ist, liegt die maximal mögliche Entnahme für das erste Ruhestandsjahr nach Finanztip-Analysen in den allermeisten Fällen zwischen einem und 2,5 Prozent des Vorsorgevermögens. Die Auszahlung steigt dann jedes Jahr leicht an.

Mit einer Entnahme in dieser Größenordnung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Geld sehr lange reicht. Selbst, wenn die Aktienmärkte im Verlauf von mehr als 30 Jahren Ruhestand mal wirklich schlecht laufen und dies zusätzlich noch die Jahre sind, in denen das Vermögen am größten ist.

Ist so viel Kapital vorhanden, dass die Entnahme mit dieser Strategie größer wäre als die monatliche Rentenlücke, ist es clever, das Vorsorgevermögen aufzuteilen. In einen Basis-Topf mit Aktien-ETF und Tagesgeldkonto, aus dem die Auszahlung wie beschrieben durchgeführt wird. Und einen Spaß-Topf für das überschüssige Kapital. Aus diesem ist es dann möglich, nach Lust und Laune Geld zu entnehmen. Und zwar ohne Sorge, den Lebensstandard im späteren Verlauf des Ruhestands zu gefährden.

Vermögen jedes Jahr checken: In diesem Fall müssen Sie die Entnahme anpassen

Einmal im Jahr erfolgen der Check und die Anpassung der Auszahlungssumme. Zum Beispiel an veränderte persönliche Bedürfnisse, die Entwicklung der Rentenhöhe und die Inflation.

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Anschließend ist es wichtig, das Ausgangsverhältnis wieder herzustellen. Sprich: Geld umzuschichten, um wieder auf die gewünschte Verteilung zwischen Tagesgeldkonto und Depot zu kommen.

Bei diesem Prozess, dem Rebalancing, fallen Gebühren an. Diese bewegen sich aber im zweistelligen Euro-Bereich und können daher vernachlässigt werden. Abhängig davon, wie das Vorsorgevermögen aufgebaut wurde, können zusätzlich auch Steuern anfallen.

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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.