Ein kleiner Piks, ein großer Beitrag – Blutspenden rettet Leben. Und trotzdem machen es zu wenige. In Deutschland droht ein schleichender Notstand, der öffentlich viel zu wenig diskutiert wird. Uns steht ein Generationenwechsel bei Blutspendern bevor: Die spenden-starke Generation der Babyboomer scheidet altersbedingt zunehmend aus. Doch der dringend benötigte Nachwuchs an Blutspenderinnen und Blutspendern fehlt – oder kommt nur einmal. Das ist ein gefährliches Signal.

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Der Generationenwechsel bei den Blutspendern könnte eine Versorgungslücke reißen, die Leben kostet. Laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) ist die Zahl der Blutspendetermine und Spenden pro Termin rückläufig. Besonders dramatisch wird es im Sommer: Urlaubszeit, Hitzewellen – aber der Bedarf an Blutpräparaten bleibt konstant hoch. Hinzukommt: Blutpräparate sind nur begrenzt haltbar. Vorräte lassen sich nicht endlos bunkern.

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Gesundheitsversorgung: Mehr Aufklärung für junge Blutspender nötig

Doch warum scheitert die nächste Generation an der Nadel? Zeitmangel, Bequemlichkeit, Unwissenheit? Fehlt es an Überzeugung? Egal was der Grund ist, fest steht: Es braucht mehr Aufklärung, mehr Präsenz, mehr Stammspender – vielleicht auch mehr kreative Anreize. Warum nicht gezielt Blutspendeaktionen an Hochschulen, bei Arbeitgebern oder Festivals? Warum nicht digitale Tools, um junge Spender zu binden und zu erinnern?

Anne-Kathrin Neuberg-Vural, Redakteurin Ratgeber & Wissen im Ressort Leben der Funke Zentralredaktion.
Anne-Kathrin Neuberg-Vural, Redakteurin Ratgeber & Wissen im Ressort Leben der Funke Zentralredaktion. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Denn Blutspenden ist einfach: kurzer Gesundheitscheck, ein kleiner Piks, etwa 30 Minuten Zeit – und bis zu drei Patientinnen oder Patienten können versorgt werden. Wer einmal Blut gespendet hat, weiß, wie gut es sich anfühlt, damit zu helfen. Die Hürde ist niedrig, der Effekt riesig. Es liegt nun an uns allen: Wir alle müssen begreifen, dass Solidarität kein Altmodetrend ist. Blutspende ist keine Frage des Alters, sondern der gesellschaftlichen Verantwortung.