Wer regelmäßig Medikamente gegen Bluthochdruck einnimmt, kennt die Frage: Lieber morgens direkt nach dem Aufstehen oder doch besser abends vor dem Schlafengehen? Lange galt die Empfehlung, Blutdrucksenker möglichst früh am Tag zu nehmen – damit sie dann wirken, wenn der Blutdruck im Tagesverlauf ansteigt. Doch ist das wirklich der beste Zeitpunkt?

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Ein Forschungsteam aus Kanada ist dieser Frage nachgegangen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund um Dr. Scott Garrison von der University of Alberta untersuchten 3.357 Erwachsene mit Bluthochdruck über einen Zeitraum von 4,6 Jahren. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Die einen nahmen ihre Medikamente morgens, die anderen abends.
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Und das überraschende Ergebnis: Es spielte keine Rolle, wann die Medikamente eingenommen wurden. Das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Todesfälle waren in beiden Gruppen gleich. Auch Aufenthalte im Krankenhaus, Notfälle oder Nebenwirkungen wie Stürze, Knochenbrüche oder Gedächtnisprobleme traten etwa gleich häufig auf – ganz unabhängig davon, wann die Tabletten genommen wurden.
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Auch bei älteren oder gesundheitlich stark belasteten Menschen zeigte sich kein Vorteil durch einen bestimmten Einnahmezeitpunkt. In einer weiteren Studie untersuchten Garrison und seinem Team ausschließlich 776 gebrechliche ältere Menschen. Viele von ihnen litten an Demenz, Diabetes oder Herzkrankheiten. Auch bei ihnen brachte es keinen gesundheitlichen Vorteil, die Medikamente abends statt morgens zu nehmen. Und es kam nicht häufiger zu Nebenwirkungen durch zu niedrigen Blutdruck.
Gesundheit: Bei einigen Medikamenten ist der Zeitpunkt wichtig
Was bedeutet das also für Patientinnen und Patienten? Ob morgens oder abends – beide Einnahmezeiten wirken gleich gut. Wer seine Blutdruckmedikamente gut verträgt und regelmäßig nimmt, kann also bei der gewohnten Zeit bleiben. Es ist aber auch möglich, die Tablette zu einem anderen Zeitpunkt zu nehmen – etwa, wenn das besser in den Tagesablauf passt. Wichtig ist nur: Änderungen sollten immer mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente, und auch Wechselwirkungen mit anderen Mitteln können eine Rolle spielen.

Denn bei anderen Medikamenten hängt die Wirkung tatsächlich stark vom Zeitpunkt der Einnahme ab. So etwa bei Cortisol, einem körpereigenen Hormon, das unter anderem Entzündungen hemmt: Medikamente mit Cortisol (oder sogenannten Kortikosteroiden) sollen am besten morgens zwischen 6 und 8 Uhr eingenommen werden, weil der Körper zu dieser Zeit ohnehin am meisten davon produziert.
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Statine, die den Cholesterinspiegel senken, wirken besser, wenn sie abends eingenommen werden – weil der Körper nachts am meisten Cholesterin bildet. Auch bei einigen Schmerzmitteln oder Schilddrüsenhormonen kann die Tageszeit eine wichtige Rolle spielen.










