Eine neue neurologische US-Studie veröffentlicht beunruhigende Ergebnisse: Menschen, die in der Nähe eines Golfplatzes leben, sollen der Forschung nach einem höheren Risiko ausgesetzt sein, an Parkinson zu erkranken. Die im JAMA Network Open Fachjournal veröffentliche Studie untersuchte im Rahmen des Rochester Epidemiology Projekt (REP) eine vermutete Verbindung zwischen dem Wohnort der Menschen und dem Auftreten von Parkinson Erkrankungen. 

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Zwischen 1991 und 2015 wurden die Krankheitsverläufe von über 5.500 Personen aus Minnesota und Wisconsin analysiert. Das zentrale Ergebnis klingt erstmal überraschend. Je näher eine Person an einem Golfplatz in den Staaten wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an Parkinson zu erkranken. Allgemein zählt Parkinson zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen im Alter. Bei einer Parkinson Erkrankung wird das Nervensystem angegriffen. Dies geschieht durch einen langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn. Was dazu führt, dass charakteristische Symptome wie Bewegungsarmut, Muskelstarre und Ruhetremor eintreten.

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Golfplätze belastet: Hohe Mengen an Pestiziden gefunden

Der Grund für diese außergewöhnlichen Ergebnisse: Pestizide. Bei dem Sport der Eliten sind makellose Golfplätze ein Muss. Um dies zu erhalten werden bei der Pflege der Anlagen hohe Mengen an Pestiziden eingesetzt. Diese gelangen wiederum über die Luft und die Wassersysteme in das Umland und beeinflussen den Gesundheitszustand der dort lebenden Personen. 

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Bei Menschen, die in einem Umkreis von einer Meile um einen Golfplatz leben, soll sich der Studie zufolge das Risiko mehr als verdoppeln, eine Parkinson-Diagnose zu erhalten als bei Menschen die mehr als sechs Meilen entfernt wohnen. „Unsere Ergebnisse zeigen eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung“, schreiben die Forschenden. „Menschen, die in der Nähe von Golfplätzen leben, haben ein deutlich höheres Risiko, an Parkinson zu erkranken“, heißt es in der Studie weiter. 

Parkinson: Was genau ist das?

Die genauen Ursachen einer Parkinson-Erkrankung sind bis heute immer noch nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass genetische und umweltbedingte Faktoren gemeinsam einen Einfluss auf betroffene Menschen haben. Nun rückt der Fokus zunehmend auf einen weiteren Umweltfaktor: der Kontakt mit Pestiziden. 

In Deutschland sind dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) zufolge mindestens 200.000 Menschen an Parkinson erkrankt — Tendenz steigend. Meist betrifft die Krankheit über 60-jährige Personen, in etwa zehn Prozent der Fälle beginnt sie jedoch bereits vor dem 50. Lebensjahr. Parkinson entsteht durch das Absterben dopaminproduzierender Nervenzellen in der „Substantia Nigra“ im Hirnstamm. Weshalb genau die Zellen absterben, ist unklar. In zehn Prozent aller Erkrankungen liegt eine genetische Ursache vor. 

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Parkinson
Die Parkinson-Krankheit: 3D-Illustration mit Neuronen, die Lewy-Körperchen enthalten - kleine rote Kugeln, die Ablagerungen von Proteinen sind, die sich in Gehirnzellen ansammeln und deren fortschreitende Degeneration verursachen.© Shutterstock / Kateryna Kon | Kateryna Kon

Die typischen Symptome von Parkinson – auch Morbus Parkinson genannt – sind folgende:

  • Zittern (Tremor) in Ruhe
  • Bewegungslverlangsamung
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Muskelsteifheit
  • Depressionen, Schlafstörungen, Angststörungen und Geruchsverlust (zählen auch zu den Frühsymptomen)

Auch wenn Parkinson unheilbar ist, ist es gut behandelbar. Durch den Einsatz von Medikamenten kann der Dopaminmangel ausgeglichen werden und bei fortgeschrittener Erkrankung können sich Patientinnen und Patienten für einen Hirnschrittmacher entscheiden. 

Pestizide und Parkinson: Besteht ein Zusammenhang?

In den USA werden zur Pflege der Golfplätze — den sogenannten Fairways und Greens — Pestizide wie Chlorpyrifos und Maneb eingesetzt. Der Pestizidverbrauch bei amerikanischen Golfanlagen sei laut den Forschenden bis zu 15-mal höher als in europäischen Ländern. Und das zahlt sich aus. Ältere Studien untersuchten bereits den Zusammenhang zwischen dem Pestizidgebrauch auf Golfplätzen und der Verunreinigung des Trinkwassers. 

Auch die neue Studie belegte, dass das Parkinson-Risiko bei Personen deutlich zunahm, deren Trinkwasser aus den Grundwasserversorgungsgebieten stammt, in denen sich ein Golfplatz befand. Dabei steigt das Risiko noch mehr, sollte ein gemeinsames kommunales Wassersystem im Gebrauch sein. Insbesondere bei Grundwasser-Brunnen, die in der Nähe von Golfplätzen betrieben werden. Hinzu kommen die Pestizidrückstände in der Luft, wie es weiter heißt. 

Wichtig anzumerken ist aber, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht wussten, welchen Beruf die untersuchten Personen hatten. Demnach könne beispielsweise ein Landwirt zusätzlich durch seinen Beruf gefährdet und Pestiziden ausgesetzt sein. Zudem sei auch nicht bekannt gewesen, seit wann und wie lange die Probandinnen und Probanden in der Nähe des Golfplatzes lebten, so die Autoren. 

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die Ergebnisse weitere Untersuchungen rechtfertigen und somit die Qualität des Trinkwassers in der Umgebung verbessert werden, indem der Pestizideinsatz reguliert wird.