Ein gewaltiger Koloss aus Gestein und Magma, verborgen unter 1500 Metern Wasser und derzeit höchst aktiv. Der Axial Seamount, ein rund 1100 Meter hoher Unterwasservulkan auf dem Juan-de-Fuca-Rücken im Pazifik, gilt als einer der am besten überwachten seiner Art. Dass er in absehbarer Zeit erneut ausbrechen wird, daran besteht für Wissenschaftler kaum noch Zweifel.

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„Momentan registrieren wir mehrere Hundert Erdbeben täglich“, sagt der Meeresgeophysiker William Wilcock von der University of Washington zu CNN. „Ich würde auf einen Ausbruch gegen Ende dieses Jahres oder Anfang 2026 tippen, aber es könnte auch morgen passieren.“

Bereits drei Mal in den letzten Jahren ausgebrochen

Der Axial Seamount liegt an einem geologischen Hotspot, aus dem heißes Magma aus dem Erdmantel aufsteigt. Dort treffen auch zwei tektonische Platten aufeinander – die Pazifische und die Juan-de-Fuca-Platte – und driften langsam auseinander. Das sorgt für einen konstanten Druckaufbau und kontinuierliche seismische Aktivität.

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Schon drei Mal brach der Vulkan in jüngerer Zeit aus, 1998, 2011 und 2015. Besonders der letzte Ausbruch wurde durch das Regional Cabled Array (RCA), ein Hightech-Beobachtungsnetzwerk der Ocean Observatories Initiative, minutiös dokumentiert. Seither liefert das über 150 Sensoren umfassende System Echtzeitdaten von der Spitze des Vulkans bis an die Küste Oregons.

Ein Ausbruch beginnt mit einer verstärkten Inflation des Vulkans – sein Inneres bläht sich mit Magma auf. Kurz vor dem Ausbruch steigt die Erdbebenfrequenz drastisch an, im Jahr 2015 auf über 10.000 Erschütterungen an einem einzigen Tag. Wenn die Magma schließlich durch die Kruste bricht, ergießen sich Lavaströme bis zu 40 Kilometer über den Meeresboden.

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Vulkanausbruch bleibt für Menschen unbemerkt

Rund um die hydrothermalen Quellen in seiner Caldera hat sich ein einzigartiges Ökosystem entwickelt. Hier leben Mikroorganismen, die nicht auf Sonnenlicht angewiesen sind, sondern Energie aus chemischen Prozessen – der Chemosynthese – gewinnen. Röhrenwürmer, Krebse, Muscheln und andere Spezialisten dieser extremen Umwelt folgen ihnen. Bei einem Ausbruch werden viele dieser Lebensformen von glühender Lava vernichtet – und besiedeln die Region nur wenige Monate später wieder.

Im Gegensatz zu explosiven Vulkanausbrüchen an Land bleibt ein Unterwasserausbruch wie der des Axial Seamount für die meisten Menschen unbemerkt. „Man wird keine Aschewolken sehen“, sagt Debbie Kelley, Direktorin der RCA der CNN. „Es ist, als würde man einen Vulkan wie Kilauea unter einen Kilometer Meerwasser stellen – dann sieht man vielleicht ein bisschen Blubbern, mehr nicht.“

Für die Wissenschaft jedoch ist der Vulkan von großem Wert. Er bietet die seltene Möglichkeit, vulkanische Prozesse unter dem Meer detailliert zu untersuchen – und das live. Die RCA will den nächsten Ausbruch sogar öffentlich per Livestream übertragen.

Taktgeber: Sonne, Mond und Gezeiten

Alle dokumentierten Eruptionen fanden zwischen Januar und Mai statt, in jener Zeit, in der die Erde sich von der Sonne entfernt und die Gezeitenkräfte variieren. Die Gezeiten selbst spielen somit ebenfalls eine Rolle: Durch wechselnden Wasserdruck steigt und fällt die Belastung auf die Erdkruste, was offenbar die Wahrscheinlichkeit für kleine Beben erhöht.