• ADHS und Narzissmus weisen zum Teil ähnliche Symptome auf
  • dabei gibt es spezialisierte Tests für die richtige Diagnose
  • Experten erklären, warum die richtige Diagnose und Behandlung so wichtig sind

Es gibt Kinder, die in Gespräche platzen, zappeln, lachen, weinen und sich schneller ablenken lassen, als sie einen Satz beenden können. Und es gibt Erwachsene, die laut sprechen, ungeduldig werden, ständig im Mittelpunkt stehen wollen und anderen kaum zuhören. Auf den ersten Blick wirken beide gleich: fordernd, egozentrisch, manchmal schlicht unverschämt. Doch während manche von schlechter Erziehung sprechen oder Narzissmus vermuten, steckt hinter dem Verhalten oft etwas ganz anderes: ADHS.

In der klinischen Psychologie gelten die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, und die narzisstische Persönlichkeitsstörung, kurz NPS, als zwei grundverschiedene Diagnosen. Während sich ADHS oft schon im Vorschulalter durch Unruhe, Impulsivität und Konzentrationsprobleme bemerkbar macht, wird eine narzisstische Störung frühestens im jungen Erwachsenenalter diagnostiziert. Trotzdem kommt es in der Praxis häufig zu Verwechslungen. „Auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede klar zu sein – doch der Teufel steckt im Detail“, betont Psychiater, Narzissmus-Experte und Buchautor Dr. Pablo Hagemeyer. Gemeinsam mit Diplom-Psychologin Lisa Zimmermann schafft er Klarheit.