Bluthochdruck löst nicht nur Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzversagen aus. Auch das Demenz- und Alzheimer-Risiko könnte durch zu hohen Blutdruck steigen. Doch mit Beweisen für einen Zusammenhang haben Forscher Schwierigkeiten. Eine neue Studie hat nun den erstaunlichen Effekt einer den Blutdruck senkenden Behandlung auf die Entwicklung von Demenz dokumentieren können.

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Um durchschnittlich 15 Prozent könnte das Risiko sinken, an einer der Demenz-Formen zu erkranken, wenn Betroffene ihren Bluthochdruck intensiv senken. Zu diesem Ergebnis kam ein britisch-chinesisches Forscherteam, das seine Studie in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlichte.

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Für die Studie untersuchten die Forscher in China rund 34.000 über 40-Jährige aus insgesamt 326 ländlichen Dörfern. Sie alle litten an unreguliertem Bluthochdruck. Die Forscher wählten daraufhin zufällig 163 der Dörfer aus, deren 17.400 Einwohner von sogenannten „Dorf-Ärzten“, nichtärztlichen Gesundheitsdienstleistern, behandelt wurden.

Diese Dorf-Ärzte behandelten den Bluthochdruck ihrer Patienten mit günstigen oder kostenlosen Medikamenten und gaben den Dorfbewohnern Ratschläge zu einem Blutdruck senkenden Lebensstil, darunter salzarme Ernährung, Bewegung und Gewichtsverlust. Außerdem brachten sie ihren Patienten bei, den eigen Blutdruck zu Hause mit dazu bereitgestellten Geräten zu messen.

Die andere Kontrollgruppe erhielt die im chinesischen Gesundheitswesen übliche Behandlung, bei der Blutdruckmessgeräte, Medikamente und medizinische Betreuung nicht kostenlos oder stark vergünstigt waren. Nach vier Jahren war der Blutdruck der intensiv behandelten Patienten weitaus besser unter Kontrolle. Außerdem wiesen sie im Vergleich zur anderen Gruppe eine 15-prozentige niedrigere Demenzquote auf. Andere kognitiven Beeinträchtigungen lagen ebenfalls um 16 Prozent niedriger.

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„Unsere Studie ist die erste, die eine statistisch signifikante Verringerung des Risikos einer Demenz im Zusammenhang mit einer blutdrucksenkenden Behandlung meldet und starke Beweise für deren Einsatz zur primären Demenz-Prävention liefert“, zitiert das Gesundheitsmedium „STAT“ den Studienautoren Jiang He, ein Arzt und Professor für Epidemiologie an der University of Texas Southwestern Medical Center.

„Angesichts der hohen Prävalenz von unkontrolliertem Bluthochdruck weltweit sollte diese wirksame Intervention flächendeckend übernommen und ausgeweitet werden, um die globale Belastung durch Demenz zu verringern“, zitiert der „Guardian“ He.

Allerdings seien zu Beginn der Studie die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmer nicht bewertet worden, berichtet der „Guardian“. Trotzdem würden die Forscher an die Bedeutung ihrer Studie glauben: Weil beide Teilnehmergruppen sich sehr ähnlich gewesen seien, sei eine Verfälschung der Ergebnisse dadurch unwahrscheinlich. Andere Experten forderten laut dem Bericht eine längere Studiendauer, um den Zusammenhang besser zu dokumentieren.

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Auch andere Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und einem erhöhten Risiko für Demenz, insbesondere vaskuläre Demenz und Alzheimer, hin. Bluthochdruck könne die Blutgefäße im Gehirn schädigen, was zu einer verminderten Durchblutung und Mikroinfarkten führt.

Diese Schädigungen beeinträchtigen kognitive Funktionen und fördern neurodegenerative Prozesse. Insbesondere ein unbehandelter Bluthochdruck im mittleren Lebensalter gilt als signifikanter Risikofaktor für spätere Demenz-Entwicklungen.