• Lautes Knochenknacken zur Schmerzlinderung wird immer beliebter
  • Entsprechende Videos zu chiropraktischen Behandlungen kursieren gerade massenhaft in den sozialen Medien
  • Ein Facharzt und ein Chiropraktor erklären hier, wie sinnvoll und wirksam so etwas sein kann

Ein Mann legt seine linke Hand seitlich an den Kopf einer Frau. Er drückt dagegen, mit der rechten hält er die Schulter seiner Patientin. Eine ruckhafte Bewegung, dann knackt es laut und die Frau hat keine Schmerzen mehr. Mit Videos wie diesen sammeln Chiropraktiker auf TikTok und Instagram Millionen Aufrufe und hunderttausende Likes. Die Behandlungsform mit dem hörbaren Effekt ist im Hype und soll bei einer Vielzahl von Schmerzen helfen – insbesondere im Kopf und Rücken.

Doch die Wirksamkeit der im 19. Jahrhundert vom US-Amerikaner Daniel David Palmer begründeten Vorgehensweise ist nicht bewiesen. „Die Studienlage zur Chiropraktik ist schwierig“, sagt auch Timo Schmidt, der sie selbst praktiziert. Eines der größten Probleme: Die Doppelblindstudie, bei der weder Arzt noch Patient wissen, ob tatsächlich behandelt oder mit Placebo gearbeitet wird, ist bei der körperlich anzuwendenden Behandlungspraxis quasi unmöglich. Dennoch beteuert Schmidt: „Aus der persönlichen und der Praxiserfahrung kann ich aber sagen: Es funktioniert.“

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