In Deutschland waren 2022 laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) mehr als 23 Millionen Menschen von allergischen Erkrankungen betroffen. Laut dem RKI zählt Heuschnupfen dabei zu den häufigsten Allergien. Doch was genau passiert bei einer Allergie?

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Der Körper stuft grundsätzlich harmlose Stoffe, wie beispielsweise Baumpollen, fälschlicherweise als gefährlich ein und reagiert als Folge mit einer Reaktion des Immunsystems. Daraufhin werden Antikörper gegen diese Stoffe gebildet und der Körper ist abwehrbereit — oder auch sensibilisiert. In diesem Schritt treten noch keine Beschwerden auf. Kommt der Körper jedoch erneut mit besagten Stoffen (im Beispiel Baumpollen) in Kontakt, werden verschiedene Botenstoffe ausgeschüttet, unter anderem Histamine. Diese führen letztlich dann zu allergischen Beschwerden wie juckenden Augen, laufender Nase, Hautausschlägen, Niesen und vielen weiteren.

Nun sind viele dieser Symptome ähnliche wie bei einer Erkältung. Inwiefern sich die Symptome dennoch unterscheiden lassen, lesen Sie hier. Dem Deutschen Allergie- und Asthmabund zufolge, kann man sich auf die verschiedenen Allergie-Typen testen lassen, um den Beschwerden entgegenzuwirken und schlimmstenfalls schwere Schocks zu vermeiden. Insgesamt gibt es demnach vier verschiedene Allergietypen, von denen Typ I und Typ IV am häufigsten vorkommen.
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Welche Allergietypen gibt es? Die häufigsten Typen im Überblick
Ungefähr 90 Prozent aller Allergien fallen unter den Allergietyp I und werden auch als Soforttyp-Allergien bezeichnet. Der Name ist hier auch Programm, da die Reaktion nach dem Allergenkontakt sofort einsetzt. Unter diese Kategorie zählt somit die Allergie gegen Pollen, Nahrungsmittel, Insektengift und auch Tierhaare. Typ IV tritt meist bei Kontaktallergien auf und wird als Spättypallergie bezeichnet. Hier können zwischen Kontakt und Beschwerdebeginn bis zu 48 Stunden liegen.
Prinzipiell gilt, um sich sicher zu sein, dass man allergisch auf etwas ist, muss in jedem Fall eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Meist haben Hautarzt-, HNO-, Lungenarzt- oder Kinderarztpraxen den Zusatz einer Allergologie. Auch bei Hausärzten kann diese Leistung angeboten werden. Vor Ort gibt es dann verschiedenen Methoden um Allergien festzustellen. Dem Portal „Allergieratgeber“ zufolge sind insgesamt drei Tests am gängigsten und je nach Beschwerden entscheidet die Ärztin oder der Arzt, welches Testverfahren geeignet ist. Bei jedem Test kann es zu Reaktionen wie Juckreiz, Hautrötungen, Schwellungen oder auch Atembeschwerden kommen. Diese geben Auskunft darüber, wie stark ausgeprägt die Allergie ist.
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Intrakutantest: Pricktest liefert schnelle Ergebnisse
Durch Reiben, Stechen, Ritzen oder Spritzen werden die Allergene am Unterarm in die Haut gebracht. Bei Prick-, Reibe- oder Scratchtests sind nach 20 bis 30 Minuten Ergebnisse bereits ablesbar. Oft wird im Vorfeld der Arm markiert, die verschiedenen Allergene notiert und eine Kontrollreaktion hervorgerufen, um die Ausprägung festzustellen. Je stärker die Rötung und die Bildung von Quaddeln an den Einstichstellen ist, umso stärker ist die allergische Reaktion auf das getestete Allergen. Bei dieser Methode kommt es häufig zu Juckreiz und Hautrötungen, wie bei einem Mückenstich. Im Anschluss der Behandlung wird ein beruhigendes Gel aufgetragen, um die Symptome zu lindern.
Epikutantest: Pflastertest bei Kosmetika
Bei einem Pflastertest wird die Testsubstanz mit einem Spezialpflaster aufgeklebt. Dieses Testverfahren wird oft angewandt bei allergischen Reaktionen auf Schmuck, Seifen und Kosmetika. Zu beachten ist hier, dass während der Testdauer weder geduscht noch gebadet werden darf. Beim Arzt wird dann nach zwei bis drei Tagen das Pflaster entfernt und die Ergebnisse ausgewertet. Hier kann es zu Juckreiz, Rötungen, Schwellungen und sogar Blasenbildungen an der gepflasterten Körperstelle kommen.

Provokationstest
Wer Heuschnupfen hat, wird bei diesem Test direkt mit den Allergenen in Kontakt gebracht – beispielsweise mit Augen- oder Nasentropfen. Generell wird die vermutete allergieauslösende Substanz der Patientin oder dem Patienten verabreicht und im Anschluss wird die Wirkung sorgfältig beobachtet. Bei Asthma werden die Teststoffe inhaliert. Bei Nahrungsmittel- oder Arzneimittelallergien werden die Testsubstanzen morgens auf nüchternen Magen eingenommen. Dieses Testverfahren wird dem „Allergieratgeber“ zufolge als sehr unangenehm empfunden. Die Reaktion ist nicht vorhersehbar, weswegen eine ärztliche Überwachung hier entscheidend ist.
Bluttest
Viele Praxen testen zusätzlich über einen Bluttest und untersuchen auf Immuglobin-E-Antikörper. Ein erhöhtes Vorkommen dieser Antikörper deutet zwar auf eine Allergie hin, ist jedoch noch kein Beweis. Ein erhöhter Immuglobin-E-Antikörper Vorkommen kann der „Barmer“ zufolge auch wegen anderer Ursachen hervorgerufen werden. Zum Beispiel durch eine Infektion mit einem Parasiten.
Der Test auf diese Art von Antikörper ist zwar auch mit einem Schnelltest von zu Hause aus möglich, sollte jedoch bei Verdacht auf eine Allergie immer mit Fachleuten abgeklärt werden. Bevor man bei einer Praxis vorspricht, kann man online bei zahlreichen (Allergie-)Verbänden verschiedene Fragebögen ausfüllen und eine unverbindliche Einschätzung einholen. Oft verweisen diese im nächsten Schritt auf Spezialistinnen und Spezialisten in der Nähe.
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Allergie-Test und dann? Wie finde ich heraus, ob ich allergisch bin?
Wichtig ist zu beachten, dass keiner dieser Allergietest ein Beweis für eine Allergie ist. Die Tests geben lediglich einen Hinweis auf eine sogenannte Allergiebereitschaft. Von einer Allergiebereitschaft sprechen Fachleute, wenn eine Person auf ein Allergen mit einer allergischen Reaktion mit beispielsweise einem Hautausschlag antwortet. Die Allergie wird nach Beobachtung und genauem Krankheitsverlauf in Kombination mit den Testergebnissen im Anschluss von einer Ärztin oder einem Arzt diagnostiziert.
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Übrigens: Der Mythos, dass Allergikerinnen und Allergiker ein schlechtes Immunsystem haben, ist übrigens falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Das Immunsystem von Allergikern ist überaktiv und reagiert deswegen auf nicht-infektiöse Fremdstoffe mit einer krankhaften Abwehrreaktion.












