Eifersucht ist eine der intensivsten und häufigsten „Negativemotionen“, die in zwischenmenschlichen Beziehungen auftritt. Ich erinnere mich gut dran. Ich war selbst betroffen: Mein Handy wurde gehackt, mein Computer durchsucht, ich konnte mich mit keiner anderen Frau unterhalten, ohne dass es zu Eifersuchtsszenen kam.

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Was war egal ob es sich um die Verkäuferin in der Bäckerei, die Kassiererin, der freundlich lächelnden Rezeptzionisten oder die Stewardess handelte – immer Eskalationen, immer Misstrauen, immer Szenen. Es wurde für mich mit der Zeit unerträglich. Und irgendwann ertappte ich mich dabei wie ich dachte: „Dann gehe ich eben einfach fremd. Dann hat sie wenigstens einen Grund.“ Es ist nur bei dem Gedanken geblieben.  

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Ich bin ein offener und freundlicher Mensch, der mit dem Glaubenssatz aufgewachsen ist: „Sei freundlich und Du wirst freundlich behandelt.“ beziehungsweise „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ Ich mag es, wenn ich es schaffe, Menschen ein Lächeln zu entlocken. Meiner Ex-Frau war das ein Dorn im Auge.  

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Wichtige Unterscheidung: Es gibt zwei Arten von Eifersucht

Sie vermutete immer einen Flirt, mit der Absicht, mir ein Türchen offen zu halten. Wenn es nach Ihr gegangen wäre, hätte ich mein Haupt demütig beugen müssen und keinesfalls freundlich sein dürfen. Viele Jahre in meiner damaligen Beziehung fühlte ich mich unverstanden, ungerecht behandelt und schuldig. Ich habe mich gefragt, wie es sein kann, dass mein Verhalten meiner Frau so viel Leid zufügt. Denn das wollte ich nicht. Aber der Fall zeigt, wie Misstrauen eine Beziehung heimlich vergiftet.

Mit etwas Abstand ist klar, dass es grundsätzlich wichtig ist, zwischen zwei Arten von Eifersucht zu unterscheiden:

  • begründeter Eifersucht (ein Partner geht fremd) und
  • unbegründeter Eifersucht (es gibt tatsächlich keinen Anlass)

Bei der begründeten Eifersucht handelt es sich um eine Reaktion auf eine Täuschung oder eines fortgesetzten Betruges eines Partners in der Beziehung. Das Vertrauen wird zerstört, der Boden unter den Füßen weggezogen.  

Bei der begründeten Eifersucht ist eine eifersüchtige Reaktion nachvollziehbar und verständlich – hingeschaut werden muss dennoch. Was ist der Grund für den Betrug? Wer hat welchen Anteil? Was läuft in der Beziehung falsch? Wofür ist das Fremdgehen ein Symptom? Welche Ursache verbirgt sich dahinter?  

Eifersucht: Das sagt sie über einen aus

Unbegründete Eifersucht ist dagegen häufig ein Symptom für Selbstabwertung. Das kann besonders in Liebesbeziehungen zu großen Spannungen führen. Aber auch in Freundschaften, familiären Beziehungen oder auch im Arbeitsumfeld kann diese Art von Eifersucht entstehen. Oft ist sie mit einem Gefühl von Unsicherheit, mit Verlustängsten oder dem Wunsch nach Kontrolle verbunden.  

Eifersucht ist eine emotionale Reaktion auf die Wahrnehmung einer Bedrohung durch eine dritte Person. In romantischen Beziehungen entsteht Eifersucht typischerweise dann, wenn eine Person das Gefühl hat, dass der Partner einer anderen Person mehr Aufmerksamkeit schenkt oder emotional näher steht. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Unsicherheit, Angst, Wut, Trauer und Selbstabwertung. Betroffene sagen sich oft: „Ich bin nicht gut genug.“

Ist Eifersucht ein Zeichen der Liebe?

Die emotionale Intensität von Eifersucht kann dabei sehr stark variieren. Während einige Menschen nur gelegentlich leichte Eifersuchtsgefühle verspüren, kann Eifersucht bei anderen ein ständiger Begleiter sein, der ihr Verhalten in der Beziehung bestimmt und das Vertrauen untergräbt. Hier lesen Sie, warum das auch etwas mit den Genen zu tun hat.

Nicht unterschätzen sollte man aber auch die positive Seite der Eifersucht. Sie ist ein Mechanismus, der auch dazu dient, die Bindung zwischen Partnern zu schützen und potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Unser Gehirn erkennt so gegebenenfalls eine Bedrohung und feuert Alarmsignale aus allen Rohren. 

Oft gilt Fremdgehen in einer Beziehung als der ultimative Vertrauensbruch.

Eifersucht: Das sind die häufigsten Ursachen und Auslöser

Die Ursachen für Eifersucht sind vielfältig und oft tief in der Psyche jedes Einzelnen verwurzelt. Zu den häufigsten Auslösern gehören: 

  • Emotionale Unsicherheit: Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl oder Verlustängsten sind besonders anfällig für Eifersuchtsgefühle. Sie haben oft Angst, dass sie nicht gut genug sind oder dass sie den Partner verlieren könnten. Diese Unsicherheit kann dazu führen, dass harmlose Verhaltensweisen des Partners als Bedrohung wahrgenommen werden.
  • Vergangene Erfahrungen: Menschen, die in früheren Beziehungen betrogen oder enttäuscht wurden, neigen oft zu erhöhter Eifersucht in späteren Beziehungen. Die Angst, erneut verletzt zu werden, führt dazu, dass sie besonders wachsam auf Anzeichen von Untreue oder Distanz reagieren. Dies kann sogar zu einer Überinterpretation harmloser Signale führen.
  • Bindungverhalten: Wir wissen heute, dass unser Bindungsverhalten in der Kindheit geprägt wurde. Alles, was wir in den ersten sechs bis acht Jahren unserer Kindheit über Bindung gelernt haben, stellt im Grunde genommen eine Blaupause für alle zukünftigen Bindungen in unserem Leben dar. Menschen, die unsicher gebunden sind, hatten in ihrer Kindheit keine stabile emotionale Sicherheit oder haben Verlusterfahrungen gemacht. Diese Menschen sind in Paarbeziehungen besonders anfällig für Eifersucht.
  • Wahnhafte Eifersucht: In der medizinischen Klassifikationsliste der Weltgesundheitsorganisation stellt die wahnhafte Eifersucht die extremste Form der Eifersucht dar. Betroffene haben unbegründete und wahnhafte Überzeugungen, dass der Partner untreu ist, selbst wenn es keinerlei Hinweise darauf gibt. Dies kann zu extremen Verhaltensweisen führen, wie etwa zu ständiger Überwachung, Aggressionen oder Gewalt. Dahinter stecken oft traumatische Ereignisse. Hier hilft nur eine Einzeltherapie.

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In einem ersten Schritt hilft es, wenn die betroffenen Paare beginnen, sich über die möglichen Ursachen von Eifersucht und die lebensgeschichtlichen Ereignisse auszutauschen und darüber ins Gespräch kommen. Folgende Fragen können dabei helfen: Wann habe ich Eifersucht zum ersten Mal erlebt? Was ist geschehen? Was waren die auslösenden Faktoren der Eifersucht? Was waren die Konsequenzen für mich und meinen Partner? Welche Faktoren meiner Persönlichkeit begünstigen Eifersucht (z.B. Kontrollverhalten)? 

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Eine gute Selbsthilfemethode ist die sogenannte kognitive Umstrukturierung unserer Denkmuster. Hier geht es um ein Infragestellen und eine Korrektur irrationaler Interpretationen: Bemühen Sie sich, automatische Eifersuchtsgedanken mit einem Fragezeichen versehen. Stattdessen ersetzen Sie dann diese belastende Einordnung durch eine gutartige Alternativinterpretation.

Ein Beispiel: Aus „Bestimmt kommt mein Partner zu spät, weil er/sie noch Sex mit einem Kollegen hatte“ wird „Bestimmt ist ein nicht geplantes Projektmeeting dazwischengekommen“. Hier hilft es eine Art Tagebuch zu führen mit zwei Spalten: auf der einen Seite die „automatischen Eifersuchtsgedanken“ und auf der anderen die „gutartige Alternativinterpretation“. Allein dadurch, dass die zweite Spalte überhaupt vorhanden ist, wird einem immer wieder bewusstwerden, dass die auslösende Situation zumindest mehrdeutig ist. Wichtig ist auch hier ein Austausch mit dem Partner.