Jeder Mensch hat seine Eigenheiten – die einen sind stille Beobachter, die anderen stehen gerne im Rampenlicht. Was aber, wenn diese Eigenschaften so ausgeprägt und starr sind, dass sie nicht nur das eigene Leben, sondern auch die Beziehung belasten? Genau das ist bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen häufig der Fall: tief verwurzelte Verhaltensmuster, die Konflikte schüren und Partnerschaften auf eine harte Probe stellen.

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Wie wirken sich solche Störungen konkret auf Liebesbeziehungen aus? Und können Partnerschaften trotz dieser Herausforderungen funktionieren? Eine Paartherapeutin und eine psychologische Beraterin geben Einblick – und zeigen, worauf es wirklich ankommt.
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Wie wirken sich Persönlichkeitsstörungen auf Beziehungen aus?
„In der Psychologie versteht man unter Persönlichkeitsstörungen tief verwurzelte, überdauernde und weitgehend stabile Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenssituationen äußern“, erklärt die Berliner Familiensoziologin und Paartherapeutin Prof. Dr. Ines Iwen. Diese Verhaltensmuster entstünden oft weit vor dem Erwachsenenalter.
„In den meisten Fällen spielen frühe Kindheitserfahrungen eine große Rolle“, sagt Iwen. Was einst als Überlebensstrategie diente – etwa emotionale Mauern oder eine übertriebene Anpassung – werde später zum festen Bestandteil der Persönlichkeit. „Diese tief verwurzelten Muster beeinflussen nicht nur die Selbstwahrnehmung, sondern auch den Umgang mit anderen“, sagt Iwen. Und das seien insbesondere der Partner oder die Partnerin.
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Kann eine Beziehung trotz Persönlichkeitsstörung gelingen?
Wer eine Beziehung mit einer Person mit Persönlichkeitsstörung eingeht, sollte sich auf die dadurch entsprechenden Besonderheiten einer solchen Beziehung einstellen. „Die Frage, die man sich stellen kann, ist: Will man einem solchen Menschen seine eigene Energie zur Verfügung stellen?“, sagt Psychotherapeutin und Narzissmus-Expertin Kerstin Rositzka.
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Der Umgang mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen erfordere viel Geduld und Verständnis. Zudem müsse man in der Lage sein, die eigene psychische Gesundheit zu schützen, betont Rositzka. Wichtig sei dabei vor allem, die eigenen Grenzen nicht aus den Augen zu verlieren, so die Expertin.
Zudem müssen die Betroffenen etwaige Veränderungen selbst wollen und herbeiführen, sagt Rositzka. Auch Ines Iwen betont: „Der Partner oder die Partnerin sollte nicht die Verantwortung für die Störung übernehmen – und in der Regel auch nicht die Person sein, die heilen kann.“ Hier könnten Experten wie Psychotherapeuten und die geeigneten Therapieformen dabei unterstützen, destruktive Muster abzuschwächen und Menschen mit Persönlichkeitsstörung neue Umgangsformen zu vermitteln.
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Dabei spiele auch die Frage nach der eigenen Zufriedenheit eine zentrale Rolle, so die Paartherapeutin. „Von einer Störung spricht man erst dann, wenn das Verhalten von einem selbst oder von der Umwelt als störend empfunden wird“, erklärt Iwen. „Das heißt: Eine Beziehung kann funktionieren, wenn beide Partner mit der Dynamik zurechtkommen – auch wenn die Außenwelt die Verbindung als ungewöhnlich empfindet.“
Obwohl Menschen mit Persönlichkeitsstörungen in Beziehungen etwas anders funktionieren als andere, können sie dennoch glückliche Partnerschaften führen. Dabei zählt vor allem, dass sie und ihre Partner oder Partnerin mögliche Einschränkungen erkennen und einen gesunden Umgang damit finden.







