- Die meisten Trennungen finden zwischen Mai und August statt – das berichten Langzeitstudien
- 44 Prozent der Befragten sind laut Umfragen im Urlaub fremdgegangen – aus unterschiedliche Motiven
- Paartherapeuten wissen, warum im Urlaub „moralische Grenzen verwischen“ und was das für die Beziehung bedeutet
Im Urlaub wollen wir eigentlich den Alltagsstress hinter uns lassen, gemeinsam ausspannen. Paare erhoffen sich meist entspannte Tage, tolle Erlebnisse und Zeit für Nähe, um so die Beziehung zu stärken. Doch am Ende stellt die schönste Zeit im Jahr bei vielen Paaren die Beziehung auf eine harte Probe.

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Langzeitstudien zeigen: Die meisten Trennungen ereignen sich zwischen Mai und August – ausgerechnet in der Urlaubszeit. Ferien sind also nicht immer nur Erholung für Körper und Seele. Kann Urlaub etwa die Treue gefährden? Zwei Paartherapeuten geben Auskunft.
Hier erklären sie außerdem, welche Charaktertypen im Urlaub am häufigsten fremdgehen.
Affäre auf Reisen: So häufig gehen Menschen im Urlaub fremd
Eine Umfrage des Seitensprungportals „FirstAffair.de“ unter 6.400 Mitgliedern liefert eine schockierende Statistik: Fast jeder Zweite (44 Prozent) ist im Urlaub schon einmal fremdgegangen. Dabei zeigt sich, dass Männer und Frauen aus unterschiedlichen Gründen untreu werden.
Frauen reizt laut der Studie vor allem die Unverbindlichkeit eines folgenlosen Flirts. Für Männer hingegen scheint der Urlaub eine ideale Tarnung zu bieten – fernab der Heimat lassen sich Affären leichter verheimlichen und der Betrug fliegt so weniger leicht auf. Besonders brisant: 87 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Urlaubsaffäre niemals gestehen würden.
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Fremdgehen: Deshalb kommt es zur „Alles-ist-erlaubt-Mentalität“
Paartherapeut und Beziehungscoach Julian Burstedde aus Berlin bestätigt den Trend: Nach den Sommerferien kommen regelmäßig mehr neue Klienten zu ihm. Sein Fazit: Die Urlaubszeit wird von vielen genutzt, um sich anderweitig umzusehen. Die Unbeschwertheit im Urlaub spiele dabei eine entscheidende Rolle, erklärt Burstedde. „Das Motto ,Raus aus dem Alltag‘ führt bei manchen zu einer ,Alles-ist-erlaubt‘-Mentalität.“
Auch die Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin Andrea Bräu aus München sieht im Urlaub eine besondere Dynamik. Sie betont, dass die räumliche Distanz zum Alltag und zum Partner bei vielen Menschen ein Gefühl von Freiheit und Anonymität erzeugt. „Diese vermeintliche Unabhängigkeit senkt die Hemmschwelle zum Fremdgehen erheblich“, so Bräu. Auch würden Paare aufgrund der Distanz weniger darüber nachdenken, welche Konsequenzen ein Seitensprung haben könnte, wenn er auffliegt. Während im gewohnten Umfeld die moralischen Grenzen noch klar abgesteckt sind, scheint der Sand unter den Füßen diese oft zu verwischen.
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Ist die Urlaubsaffäre immer das Ende der Beziehung?
Ob ein Seitensprung im Urlaub eine Beziehung gefährdet, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Paartherapeut Burstedde betont, dass der Realitätscheck zu Hause oft das Aus für die Romanze bedeutet. „Insbesondere wenn die Beziehung grundsätzlich stabil ist und die Affäre eher aus einer Laune heraus entstanden ist, kann sie mit dem Rückflug schon wieder vergessen sein“, erklärt er.
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Anders sieht es aus, wenn die Beziehung schon länger kriselt. „Dann besteht die Gefahr, dass der Fremdgänger sein Erlebnis mit nach Hause nimmt, den Kontakt aufrechterhält und die Beziehung dadurch noch mehr belastet“, so Burstedde.
Auch Paartherapeutin Andrea Bräu ergänzt, dass nicht jeder Seitensprung automatisch ein Beziehungskiller sei. Vielmehr komme es darauf an, wie das Paar mit dem Vorfall umgeht. „Ein Seitensprung kann auch eine Art Weckruf sein – eine Gelegenheit, innezuhalten und darüber nachzudenken, warum es dazu gekommen ist und was in der Beziehung vielleicht gefehlt hat“, erklärt sie.
Dieser Artikel erschien erstmals im März 2025.






