Online-Banking und Banking-Apps haben die Finanzwelt revolutioniert. Große Geldhäuser wie Sparkassen oder Genossenschaftsbanken dominieren nicht mehr allein. Direktbanken, die rein digital arbeiten, verzeichnen seit Jahren ein starkes Wachstum. Verbraucher profitieren oft von besseren Konditionen. Da Direktbanken wie die ING keine Filialen betreiben, können sie ihre Dienste günstiger anbieten.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Besonders bemerkbar macht sich das bei den Kontoführungsgebühren: Filialbanken setzen für das Girokonto häufig eine feste Gebühr an, die unabhängig von der Nutzung monatlich oder jährlich anfällt. Direktbanken wie die C24 oder die N26 bieten dagegen ein Girokonto ohne Kontogebühr an. Allerdings gibt es dafür Bedingungen. Welche Banken sind am teuersten und wie können Verbraucher zu hohe Gebühren umgehen?

Weitere Tests zu diversen Produkten und Trends finden Sie auf der Themenseite der Berliner Morgenpost.

100 Euro pro Jahr für ein Girokonto? Verivox veröffentlicht neue Zahlen

Die Vergleichsexperten von Verivox haben die Kontoführungsgebühren verschiedener Kreditinstitute verglichen. Die Ergebnisse der Kundenbefragung zeigen: Trotz der Konkurrenz durch die Direktbanken setzen Filialbanken teilweise noch hohe Gebühren für die Kontoführung an. Bei der Sparkasse ist das Girokonto sogar besonders teuer.

So hat mehr als ein Viertel aller Sparkassenkunden laut Verivox jährliche Kontoführungskosten von 100 Euro oder mehr. Fast ein Fünftel der 1025 Befragten (18 Prozent) zahlt laut eigenen Angaben mindestens 100 Euro im Jahr für ihr Hauptkonto. Bei 14 Prozent der Umfrageteilnehmer belaufen sich die jährlichen Gebühren auf 100 bis 200 Euro. Und vier Prozent zahlen sogar noch mehr. 

Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier erklärt: „Ein weit verzweigtes Filialnetz zu betreiben, ist für Kreditinstitute mit Kosten verbunden, die sie über die Kontogebühren auf ihre Kundschaft umlegen.“

Statt Sparkasse und Co.: Diese Filialbanken bieten kostenlose Girokonten an

Die Umfrageergebnisse zeigen aber auch, dass es selbst unter den Filialbanken große Unterschiede bei den Kontogebühren gibt: So können Kunden das Girokonto der Commerzbank* erst ab 700 Euro Geldeingang pro Monat ohne Kontogebühren nutzen. Das Online-Girokonto der Targobank* ist ab 600 Euro Geldeingang im Monat ohne Kontoführungsgebühr nutzbar. Und die Targobank bietet das Komfort-Girokonto* nur dann kostenlos an, wenn mehr 2000 Euro monatlich auf dem Konto eingehen.

Immerhin: Private Filialbanken wie die Deutsche Bank oder Commerzbank setzen laut Verivox weitaus seltener Kontogebühren von über 100 Euro im Jahr an als manche Sparkassen. Nur 14 Prozent der Befragten mit einem Konto bei einer privaten Filialbank zahlen pro Jahr Kontogebühren von 100 Euro und mehr. Auch bei den genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD Banken zahlen 86 Prozent der Kunden weniger als 100 Euro für ihr Girokonto.

Mehr zum Thema

Sieger im Girokonto-Ranking: Hier gibt es das kostenlose Girokonto ohne Bedingungen

Die Sieger im Kontogebühr-Ranking sind allerdings die Direktbanken. Im Test der besten Girokonten 2024 setzt ein Großteil der Banken keine Kontogebühren an – solange monatlich eine bestimmte Geldsumme auf dem Konto eingeht. Einige Direktbanken wie die C24 für das Girokonto Smart* oder die N26 im Standard-Girokonto bieten das kostenlose Girokonto sogar bedingungslos an. Laut Verivox zahlen nur acht Prozent der Befragten 100 Euro oder mehr für ihr Girokonto bei einer Direktbank.

Passend dazu: Das Girokonto der Deutschen Bank ab 6,90 Euro pro Monat*

Im Vergleich zu den Filialbanken sind auch die Kontoführungsgebühren der Direktbanken deutlich niedriger. Mehr als fünf Euro werden bei den wenigsten Direktbanken fällig. So kostet das Girokonto der ING* pro Monat 4,90 Euro – allerdings nur, wenn weniger als 700 Euro auf dem Konto eingehen. Bei der Deutschen Kreditbank (DKB) sind es 4,50 Euro bei den gleichen Bedingungen. Ausgenommen sind Kunden unter 28 Jahren: Für sie sind die Konten bei beiden Banken auch ohne Bedingungen gratis.

Filial-, Direkt- oder besser Neobank?

Jeder Bankentyp hat seine Vor- und Nachteile. Filialbanken bieten einen Kundenservice vor Ort in physischen Filialen, sind aber meist mit höheren Kontogebühren verbunden. Direktbanken operieren hauptsächlich online, ohne Filialen, und bieten daher oft günstigere Konditionen. Neben dem Online-Banking ist der Kundenservice telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Neobanken gehen noch einen Schritt weiter und sind komplett digital. Sie operieren fast nur über Banking-Apps.

Geheimtipp für kostenloses Girokonto – 1822direkt gehört zur Sparkasse

In der Gruppe der Filialbanken sind komplett kostenlose Girokonten dagegen eher die Ausnahme: Nur sieben Prozent der Sparkassenkunden und neun Prozent der Kontoinhaber bei Genossenschaftsbanken haben ein Gratis-Konto. Viele Filialbanken bieten jedoch dazu andere Kontomodelle an: Girokonten für Schüler und Studenten oder reine Online-Konten sind dabei oft günstiger. Unser Tipp: das Girokonto der 1822direkt* ohne Kontoführungsgebühr ab 0,01 Euro Geldeingang.

Mehr zum Girokonto:

Die 1822direkt ist eine Tochter der Frankfurter Sparkasse und bietet passend zum Girokonto sowohl ein Festgeld als auch ein Tagesgeld und mit der Visa Card Gold sogar eine Kreditkarte an. Auch die Commerzbank hat mit der comdirect einen Direktbankableger, bei dem es das Girokonto als Gehaltskonto kostenlos gibt. Beide Direktbanken können für all jene Verbraucher interessant sein, die innerhalb ihrer Bankengruppe bleiben und trotzdem Gebühren sparen möchten.

Weitere Girokonten ohne Kontogebühr:

Fazit zur Verivox-Studie: Wo Verbraucher bis zu 100 Euro pro Jahr sparen

Unser Fazit zur Verivox-Studie: Filialbanken wie die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken sind mit Filialen auch im ländlichen Raum noch gut vertreten. Der Service vor Ort hat aber seinen Preis. Banken mit weniger Filialen, wie die Commerzbank oder die Santander mit dem BestGiro-Konto*, haben oft günstigere Konditionen. Die meisten kostenlosen Girokonten bieten aber die Direktbanken. Wer keine Filialen vor Ort benötigt, kann hier bis zu 100 Euro Kontogebühr im Jahr sparen.

Grundsätzlich gilt: Die Wahl des richtigen Girokontos ist sehr individuell. Verbraucher sollten ihre Auswahl daher von konkreten Fragen abhängig machen: Wird eine Girokarte (EC-Karte) benötigt oder reicht auch eine Debitkarte? Ist ein persönlicher oder telefonischer Kundenservice gewünscht? Welche Zusatzfunktionen – etwa ein Depot oder die Option für ein Tagesgeldkonto – soll das Girokonto bieten? Unser Leitfaden für die Eröffnung eines Girokontos kann bei der Orientierung helfen.

*Der Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Die verlinkten Angebote stammen nicht vom Verlag. Wenn Sie auf einen Affiliate-Link klicken und über diesen einkaufen, erhalten wir vom entsprechenden Anbieter eine Provision. Die Auswahl der Produkte wird davon nicht beeinflusst, die Redaktion arbeitet zu 100 Prozent unabhängig. Für Sie als Nutzerinnen und Nutzer verändert sich der Preis nicht, es entstehen Ihnen hierdurch keine zusätzlichen Kosten. Die Einnahmen tragen dazu bei, Ihnen hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenfrei anbieten zu können.