• Der Tod der Eltern ist fast immer ein einschneidendes Erlebnis
  • Auch, wenn die Beziehung zu Mutter oder Vater schlecht war
  • Expertinnen erklären, was man in diesem Fall tun sollte

Kaum ein Band ist von Natur aus so stark wie das zwischen Eltern und Kindern. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Beziehung konfliktfrei ablaufen muss – im Gegenteil. Myrna Ritter ist systemische Therapeutin aus Essen und kennt Fälle, in denen Verletzungen und Differenzen so groß sind, dass es zum Kontaktabbruch mit den eigenen Eltern kommt. Manchmal vergehen Jahrzehnte, bis es wieder zu einer Annäherung kommt, und das nicht selten dann, wenn ein Elternteil mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert wird. Aber muss man am Sterbebett vergeben?

„Nein“, sagt Myrna Ritter. An allererster Stelle stünde die eigene mentale Gesundheit – und das könne eben auch bedeuten, dass man sich gegen einen Besuch am Sterbebett entscheidet. „Ich hatte eine Klientin, die noch sehr in Wut und Verzweiflung über ihre Mutter war“, erzählt sie. „Sie sagte, sie gönne ihrer Mutter diesen letzten Augenblick nicht, in dem sie entweder die Vergebung ihrer Tochter bekommt oder erneut die Gelegenheit, sie zu verletzen und zu demütigen“.

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