London/Wien - Der Beginn des Irak-Kriegs hat die Öl-Preise zeitweise gedrückt: In London kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zeitweise nur 26,35 Dollar - 40 Cent weniger als am Vortag. Die Händler spekulierten auf ein schnelles Kriegsende. Der deutsche Mineralölverband riet Autofahrern von Hamsterkäufen ab: Es drohe kein Benzin-Notstand.
Auch Warnungen von US-Präsident George W. Bush und des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon, dass der Krieg länger und mühseliger werden könnte als erwartet, beeindruckten die Öl-Händler nicht. Der Londoner Händler Graham Flint sagte, die meisten Kollegen rechneten mit dem perfekten Krieg ohne Versorgungsengpässe.
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) sicherte erneut zu, mehr Öl zu fördern, sollten Engpässe auftreten. Entsprechend rät der Hamburger Mineralölwirtschaftsverband Autofahrern, einen kühlen Kopf zu bewahren. Eine Öl-Krise wie 1973 drohe nicht. Die Ölproduktion sei sichergestellt, zudem importiere Deutschland nur knapp vier Prozent seines Rohöls aus der Golfregion. Hamsterkäufe könnten dagegen die Preise an den Zapfsäulen in die Höhe treiben.
Zurzeit fallen die Preise; derzeit liegen sie um rund drei cent unter den Rekordwerten von Anfang März. Bei Aral kostete der Liter Normalbenzin im Bundesdurchschnitt 110,9 Cent, Diesel 96,9 Cent. Für Super mussten 112,9 Cent bezahlt werden. Bei Esso kostete der Liter Benzin zuletzt 111,9 Cent, Diesel 97,8 Cent und Super 113,9 Cent. Shell/DEA verlangte für den Liter Normalbenzin im Schnitt 110 Cent, für Super 112 Cent, für Super plus 116 Cent und für Diesel rund 97 Cent.
AFP

