Berlin - Der Beginn des Irak-Krieges hat die Sicherheitslage für die knapp 3000 deutschen Soldaten, die im Rahmen der Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom" in Afghanistan, Kuwait, Dschibuti und Kenia im Einsatz sind, nicht verändert. "Keine Erkenntnisse über ein zusätzliches Risiko - auch nicht aus dem Stab unserer französischen Kameraden", meldet Korvettenkapitän Roland Vogler-Wander von der Task Group der Marine aus Dschibuti. "Es ist ruhig wie immer", sagt er der Morgenpost.

Gleiches berichtet Major Günther Bender von der Kabul-Brigade der unter deutsch-niederländischer Führung stehenden Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (Isaf). Auch die zeitgleich mit den ersten Militärschlägen gegen Saddam Hussein in Afghanistan eingeleitete US-Offensive auf das Al-Qaida-Terrornetzwerk wirke sich bislang nicht auf die Sicherheitslage der deutschen Soldaten in Kabul aus, sagt Oberstleutnant Karl-Heinz Fleßner vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam. "Gegenwärtig gehen wir davon aus, dass sich unmittelbar auch nichts verändert."

Gleichwohl leiteten die Kommandeure vor Ort zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ein. Für die mehr als 500 Soldaten der Fregatte F 128 "Mecklenburg-Vorpommern", des Tenders A 511 "Elbe" und der Marine-Logistik-Basis in Dschibuti sowie des Nordholzer Marinefliegergeschwaders 3 mit drei Seefernaufklärern vom Typ Breguet Atlantic im kenianischen Mombasa zum Beispiel wurde gestern prophylaktisch eine Ausgangssperre angeordnet. Korvettenkapitän Vogler-Wander: "Wir halten die Besatzungen eher an Bord."

"Unsere Soldaten sind sehr ruhig, zurückhaltend und abwartend", beschreibt Major Bender die Stimmung der etwa 2200 Bundeswehrangehörigen in der afghanischen Hauptstadt am Morgen nach den ersten amerikanisch-britischen Luftangriffen. Die Isaf-Soldaten verfolgten das Geschehen im Irak im Fernsehen und würden zudem bei "verschiedenen Antreten" über die dortige Lage aktuell informiert. Bender spricht von einer "unheimlichen Ruhe" unter den Soldaten. "Sie fühlen sich zwar nicht direkt betroffen, zeigen jedoch gleichzeitig eine tiefe innere Betroffenheit."

Stete Information der Frauen und Männer hat auch beim 3. Kontingent der maritimen deutschen Task Group Priorität - und eine Art zusätzlicher psychologischer Betreuung. "Wir haben in Dschibuti einen Gottesdienst abgehalten, um uns zu sammeln", sagt Korvettenkapitän Vogler-Wander. Natürlich gehe der Dienst weiter: ständige Präsenz zur Überwachung und Sicherung des Seeraums am Horn von Afrika.