Der Wechsel habe der Mannschaft gut getan, so der 29-jährige Kapitän von Hertha BSC. "Ich denke, dass das ganz ordentlich war. Es war nicht so einfach, weil ich gegen Korkmaz, einen der stärksten Österreicher, zu spielen hatte", sagte Friedrich, der bei den ersten Gruppenspielen auf der Bank gesessen hatte.
Vielleicht steht auch im Verein bald ein Wechsel an. So will Horst Heldt, der Sportdirektor des VfB Stuttgart, Friedrich in diesem Sommer nach Schwaben lotsen. Der Verteidiger, der in Berlin noch Vertrag bis 2009 hat, soll Fernando Meira ersetzen.
In Stuttgart war man in der abgelaufenen Saison mit dem VfB-Kapitän nicht zufrieden; Meira will nach Spanien. Die Liste der Ersatzkandidaten ist kurz, oben an steht Friedrich. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, hat Heldt bereits mit Friedrich gesprochen. Neben einem Handgeld lockt Stuttgart mit einem Jahresgehalt von gut vier Millionen Euro – bei Hertha ist Friedrich Topverdiener mit 3,5 Millionen. Bei einem Drei-Jahres-Vertrag kann Friedrich inklusive Handgeld auf rund 14 Millionen Euro kommen.
Friedrich habe um Bedenkzeit gebeten. Er wolle zunächst die EM spielen und eigentlich auch seinen Vertrag in Berlin bis 2009 erfüllen. Er selbst hatte erst vor einer Woche mit Wechselgedanken für Aufsehen gesorgt.
Jörg Neubauer, der Berater von Friedrich sagte: "Ich habe mit dem VfB Stuttgart kein Gespräch geführt. Entsprechend ist mir von einem Angebot nichts bekannt." Die Zurückhaltung der Beteiligten – auch Heldt äußert sich zum Thema nicht – hat Gründe. Der Schlüssel, ob Friedrich wechseln darf, liegt bei Hertha. Dort ist der Kapitän eine der wenigen Figuren, die die Öffentlichkeit mit dem Hauptstadt-Klub identifiziert. Allein in der vergangenen Saison gab es 17 Ab- und zwölf Zugänge.
Zudem hat Manager Dieter Hoeneß bereits bestätigt, dass Manndecker Josip Simunic Hertha in diesem Sommer verlassen kann, falls ein Verein sieben Millionen Euro für den Kroaten zahlt. Da ist es kaum vorstellbar, dass die Berliner ihre erfahrene Innenverteidigung Friedrich (29 Jahre/57 Länderspiele) und Simunic (30/64) komplett abgeben. Michael Preetz, Leiter der Hertha-Lizenzspieler-Abteilung, sagt: "Arne ist unser Kapitän. Und wir befinden uns mit ihm in Verhandlungen, um seinen Vertrag zu verlängern."
Berater Neubauer hatte schon vor zehn Wochen hinterlegt, dass Friedrich in Berlin bleibt, wenn Hertha einen langfristigen Vertrag mit einer Jahres-Dotierung von über vier Millionen Euro bietet.
Prognose: Hertha muss sich klar werden, ob der Klub für Friedrich ein Paket in der Größenordnung von 13, 14 Millionen Euro schnüren will. Bis zum Ende der EM am 29. Juni wird nichts passiert. Wenn aber der VfB Meira verkauft, wird Bewegung in die Angelegenheit kommen.
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