Die Flughafengesellschaft hat das Finanzierungskonzept für den von der Wirtschaft sehnlich erwarteten Single-Airport BBI für die Hauptstadt vorgelegt. Daß die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund dem Konzept zugestimmt haben, ist ein gutes Zeichen. Ebenso die Klärung der bislang offenen Finanzierung der Schienenanbindung. Weitere Hürden auf dem steinigen Weg hin zum Wirtschaftsmotor Großflughafen sind damit genommen.

Das, was allerdings gestern als solide Finanzierungsbasis von den Länderchefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD) der Öffentlichkeit vorgelegt wurde, läßt Fragen offen. Der BBI soll 1,983 Milliarden Euro kosten. Davon übernehmen die drei Flughafengesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund 430 Millionen Euro. Das war alles, was verkündet wurde. Was aber finanziert die Flughafengesellschaft selbst, wie hoch ist die Kreditaufnahme und wieviel Hunderte Millionen Euro kommen noch an Zinsen, Steuern und Reserven auf das Projekt zu? Und welcher Betrag muß zusätzlich in die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld bis zur Fertigstellung des BBI investiert werden, um den weiter wachsenden Flugverkehr zu gewährleisten? Darauf gab es gestern keine Antworten - mit Verweis auf laufende Verhandlungen mit Banken.

Auch wenn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit jeden Zweifel an der Solidität der Finanzierung von sich wies, bleibt ein unsicheres Gefühl, das bislang arg strapazierte Vertrauen in eine überzeugende Flughafenpolitik weiter getrübt. Denn es ist eben noch längst nicht alles unter Dach und Fach, sah sich die Flughafengesellschaft und der Aufsichtsrat unter öffentlichen Druck gesetzt, endlich etwas zu präsentieren. Schließlich wurde das Finanzierungskonzept bereits im Januar dieses Jahres erwartet.

Das jetzt vorgelegte Zahlenwerk als solides Finanzierungskonzept zu verkaufen, ist, gelinde formuliert, verfrüht. Denn neben den laufenden Kreditverhandlungen mit dem Banken zeichnen sich weitere Probleme ab: die gescheiterte Schließung des defizitären Flughafens Tempelhof, die umstrittene Gebührenpolitik der Flughafengesellschaft und der trotz des Billigflieger-Booms noch defizitäre Flughafen Schönefeld scheinen die Finanzierung von BBI weiter zu komplizieren..

Es bleibe noch einiges zu tun, Strukturprobleme müßten überwunden werden, räumte auch Flughafenchef Dieter Johannsen-Roth gestern ein. Damit hat er leider Recht.