Berlin - Mit Demonstrationen und Streiks haben mehrere hunderttausend Kriegsgegner weltweit ihrer Empörung über den Angriff der USA gegen Irak Luft gemacht. In Athen protestierten etwa als 150 000 meist junge Menschen vor der amerikanischen Botschaft und skandierten Parolen wie "Nein zum Krieg". In Italien strömten Zehntausende auf die Straßen, in der Schweiz machten 40 000 Schüler mobil. In Kairo kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen gut 1000 Demonstranten und der Polizei.

Kriegsgegner schleuderten Steine und Absperrungen, Bereitschaftspolizei versuchte die Menge mit Wasserwerfen von der US-Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt fern zu halten. Ihr Zorn richtete sich auch gegen die arabischen Regierungen: Die Demonstranten riefen "Nieder mit den arabischen Führern" und "Weg mit Mubarak".

Mehr als 70 Verbände, Gewerkschaften und Parteien hatten zu einer Großkundgebung in Paris aufgerufen, zu der mehr als 80 000 Menschen kamen. In Lyon und Marseille machten Schüler ihrer Wut auf die USA Luft. Erzbischof Philippe Barbarin ließ in allen Kirchen Lyons die Glocken läuten.

Die Stadtverwaltung im spanischen Sevilla setzte ihre Flaggen auf Halbmast. Die Regierung in Madrid unterstützt entgegen der öffentlichen Meinung den US-Kriegskurs. Spanische und italienische Gewerkschaften riefen zu Arbeitsniederlegungen auf.

Die britische Bewegung "Koalition gegen einen Krieg in Irak" rief gestern die Bürger dazu auf, "nicht zur Arbeit oder zur Schule zu gehen" und sich stattdessen zu Protestaktionen zu versammeln. Britische Soldaten waren nach Regierungsangaben an den Angriffen auf Bagdad beteiligt.

Tausende Australier protestierten gegen die Entscheidung ihrer Regierung, die von den USA geführte Kriegskoalition zu unterstützen.

In Los Angeles an der Westküste der USA ging die Polizei mit Schlagstöcken gegen Kriegsgegner vor. Nach Angaben der Polizei gab es 34 Festnahmen. In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul demonstrierten 4000 Gegner eines Irak-Krieges.

AFP/AP