Schwarz und Gelb sind die bestimmenden Farben der diesjährigen Filmfestspiele. Die Designerin Antonia Neubacher hat die Werbeträger gestaltet. Peter Zander und Hanns-Georg Rodeck ließen sich von Berlinale-Chef Dieter Kosslick die Plakate des Festivals erklären.

Berliner Morgenpost : Könnten Sie uns die Berlinale-Plakate erläutern?

Wie mir unsere Designerin Antonia Neubacher erklärt hat, gibt es immer ein schwarzes Element und ein davon verdecktes gelbes. Und das Gelbe versucht, sich in den Vordergrund zu schieben: Etwas Verborgenes kommt ans Licht. Wie bei einem Festival.

Jaaaa ...

Das Schwarz steht für das Gesamtfestival und das Gelb für seine einzelnen Sektionen. Das Schwarz ist übrigens nicht schwarz, sondern ein dunkles Blau.

Gelb und Blau? Das könnte man ja dann an die FDP zur Zweitnutzung verkaufen.

Nie und nimmer. Das ist ein anderes Blau. Wenn Westerwelle unser Blau - was ja wie Schwarz aussieht - benutzen würde, dann wäre Westerwelle ganz vorne.

Auf dem Panorama-Plakat ist kaum Gelb zu sehen. Heißt das, daß das Panorama am wenigsten auffallen wird?

Der gesellschaftspolitische Auftrag des Panoramas ist so groß geworden, daß er selbst fast die gesamte Sache verdeckt. (Allgemeine Heiterkeit) . Inzwischen ist es - laut Programm - nicht mehr nur für die Schwulen zuständig, sondern allgemein für Sex, Musik und Politik.

Das Plakat fürs Kinderfilmfest soll einmal eine rein gelbe Scheibe gewesen sein, ganz ohne Blau.

Da gab es auch die größte Verwirrung. Auf unsere Frage, wo denn das Dunkelblau geblieben sei, hat Antonia die endgültige Künstlerantwort gegeben. Sie sagte: "Das Blau ist hinter dem Gelb."

Sind Sie überzeugt?

Ich hatte auch meine starken Zweifel. Aber je länger die Plakate hängen, desto mehr scheinen sie mir zu haben, was Plakate haben müssen: Sie fallen auf - und sei's auch nur aus der Irritation, daß wir überhaupt sowas machen. Daß sich jemand was dabei gedacht hat, wissen wir ja jetzt.

Gab es auch andere Vorschläge?

Wir haben mit dem Gedanken gespielt, ganz auf Plakate zu verzichten und im Umkreis von zwei Kilometern um den Berlinale-Palast in jeden Hausflur einen roten Teppich mit dem Datum des Festivals und unserer Bärenmarke zu legen. Das hat aus Versicherungsgründen nicht geklappt, schließlich sind wir ja immer noch in Deutschland.