- Diese unglaubliche Summe mussten, abgeschirmt von der Außenwelt, jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen 1942 bis 1945 für die Nazis produzieren.
Der Spielfilm "Die Fälscher", der 2008 einen Oscar gewann, handelt von diesem bis dahin wenig bekannte Kapitel.
"Als wir im vergangenen Frühjahr den Film gezeigt und Sonderführungen angeboten haben, sind wir vom Besucherinteresse wirklich überrascht worden", sagt Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, zu der Sachsenhausen gehört.
Zusammen mit dem Überlebenden Isaak Plappla eröffnete er jetzt eine Sonderausstellung über die Fälscherwerkstatt im KZ, die unter dem Decknamen "Unternehmen Bernhard" lief. Der heute 89-jährige Plappla war im Sommer 1942 einer der ersten Häftlinge des Kommandos. Die Gruppe bestand ausschließlich aus Juden mit grafischen Kenntnissen und wuchs bis 1944 auf etwa 140 Mann.
Die Nazis ließen die Druckerpressen noch bis kurz vor Kriegsende laufen. Die gefälschten Banknoten gingen an die Gestapo und dienten zur Bezahlung von Agenten im Ausland, von Waffen und Gold. Außer Geld wurden Dokumente, Pässe und Briefmarken nachgeahmt. Erst als im Februar 1945 die Rote Armee näher rückte, wurde die Werkstatt nach Österreich verlegt. Hier allerdings nahm sie ihre Tätigkeit nie auf; stattdessen befreiten US-Truppen im Mai die Häftlinge.
Originale der gefälschten Pfund-Noten und Druckplatten sowie Augenzeugenberichte dokumentieren sehr aufschlussreich die Unternehmungen in der Fälscherwerkstatt. Die kleine, gut konzipierte Ausstellung soll demnächst auch im Internet verfügbar sein, damit diese unglaubliche Geschichte der Fälscher im KZ auch international noch bekannter wird.
Hagen Colberg



