Das etwa sieben Hektar große und direkt an der Potsdamer Havel gelegene Areal der brach liegenden ehemaligen Speicherstadt soll für etwa 160 bis 200 Millionen Euro zu einem hochwertigen Stadtquartier mit exklusiven Wohnungen und attraktiven Gewerbeflächen entwickelt werden. Dies sieht eine städtebauliche Rahmenvereinbarung der Stadt Potsdam und den Eigentümern vor, die am 5. Dezember den Stadtverordneten vorgelegt werden soll. "Die Lage der Speicherstadt ist sogar besser als die der Schiffbauergasse", schwärmt Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der gestern die Pläne mit den drei Eigentümern - die Pro Potsdam GmbH, die Speicherstadt Potsdam GmbH und die Prinz von Preußen Grundbesitz AG - vorstellte. "Die Speicherstadt ist prädestiniert für eine Nutzung als Wissenschafts-, Dienstleistungs- und Gewerbestandort", so Jakobs. Wer dort künftig wohnt, dürfe sich angesichts der herausragenden Lage an der Havel auf die schönsten Sonnenuntergänge freuen. Der Geschäftsführer der Pro Potsdam GmbH, Horst Müller-Zinsius, stellt das Projekt unter die Überschrift "Wohnen und Arbeiten auf der Sonnenseite Potsdams".

Nach den Plänen werden im südlichen Teil des Geländes des ehemaligen Königlich Preußischen Proviant-Amtes 150 Wohnungen mit einer Größe von 70 bis 220 Quadratmeter entstehen. "Die ersten Mieter werden schon Anfang 2009 in den von Hampel und Schinkel erbauten Speicher am Wasser einziehen können", kündigte Frank Lotz, Vorstandsmitglied der Prinz von Preußen Grundbesitz AG an. Baubeginn soll im Dezember sein. Die dortigen Wohnungen, deren Preis pro Quadratmeter zwischen 3500 und 3800 Euro liege, seien bereits verkauft. Im 2. Quartal 2008 sollen das von Boelke errichtete Magazin sowie der Persiusspeicher umgebaut werden. Wohnungen wie Büros würden Ende 2009 fertig sein. Etwa 35 Millionen Euro will das Unternehmen investieren. Ebenso viel soll in die Bebauung des restlichen Geländes fließen, wie der Geschäftsführer der Speicherstadt GmbH Peter Münn ankündigte. Geplant ist eine dichte Bebauung, auch ein Congresshotel am Leipziger Eck. Das Ufer soll über einen Fuß- und Radweg öffentlich zugänglich sein. Eine Marina könnte sich mit einer Steganlage vom Mühlengebäude bis zum Platz vor dem Persiusspeicher erstrecken, so Thomas Albrecht vom Architekturbüro Hilmer & Sattler und Albrecht. Fertig sein soll das Quartier in zehn bis 15 Jahren.