Stadtgestaltung

Berlin hat wieder einen Zietenplatz

Berlin hat einen seiner ältesten Stadtplätze zurückbekommen. Nach fast dreijährigen Bauarbeiten wurde im Sommer 2007 der neu gestalteten Zietenplatz der Öffentlichkeit übergeben.

Berlin hat einen seiner ältesten Stadtplätze zurückbekommen. Nach fast dreijährigen Bauarbeiten wurde gestern der neu gestalteten Zietenplatz der Öffentlichkeit übergeben. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) bezeichnete die 1,5 Millionen Euro teure Rekonstruktion des Areals oberhalb der U-Bahn-Station Mohrenstraße als wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung historisch bedeutsamer Stadträume. "Wir haben ein Stück Geschichte in das öffentliche Bewusstsein zurückgeholt." In Kürze soll das 1849 nach dem Preußen-General Hans Joachim von Zieten (1699-1786) benannte und zu DDR-Zeiten in Ernst-Thälmann-Platz umbenannte Areal auch formell den historisch belegten Namen zurückerhalten. Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) kündigte eine Umbenennung "noch vor der Sommerpause" an.

Trotz prominenter Lage zählte der 1737 als Exerzierplatz angelegte Platz zwischen der heutigen Wilhelm- und der Mauerstraße lange Jahre zu den vergessenen Orten der Stadt. Das dürfte nicht zuletzt an seiner Verbautheit und der Nutzung als unansehnliche Auto-Abstellfläche gelegen haben. Im Zweiten Weltkrieg war die Doppelanlage Wilhelmplatz/Zietenplatz aufgrund ihrer Nähe zu Hitlers Reichskanzlei bei Bombenangriffen fast dem Erdboden gleichgemacht worden. Erst 1973 begann eine Neubebauung mit der architektonisch umstrittenen Botschaft der damaligen CSSR, dem Kasten in Betongrau für Nordkoreas diplomatische Vertretung sowie den Edelplattenbauten an der heutigen Wilhelmstraße. Dabei sind große Teile des früheren Wilhelmplatzes verschwunden.

Neue Anrainer wurden in den 1990er-Jahren das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Vertretung des Bundeslandes Thüringen, die sich ebenfalls für eine Neugestaltung der Doppelplatzanlage einsetzten. Doch für den ersten Schritt sorgte schließlich die private Schadow-Gesellschaft, die zwei der einst sechs auf dem Platz präsenten Standbilder preußischer Generäle restaurieren und wieder aufstellen ließ: 2003 die Statue von Hans Joachim von Zieten ("Zietenritt"), 2005 schließlich das Abbild von Leopold von Anhalt-Dessau ("Alter Dessauer"). Klaus von Krosigk vom Landesdenkmalamt sprach sich dafür aus, auch die vier nicht von Schadow geschaffenen Statuen wieder aufzustellen: "Das ist doch besser, als wenn sie weiter in meinem Depot versauern."