Die gute Nachricht zuerst: Das heutige Konzert von Robbie Williams im Velodrom ist nicht in Gefahr. Die Schlechte: Der Mega-Star hat sich Freitag abend beim Fußballspielen im Preußenstadion Lankwitz die Hand verletzt (wir berichteten). Es handele sich nur um eine leichte Verstauchung, es sei nichts gebrochen, sagte gestern ein Sprecher der Plattenfirma Emi. Offenbar ist die Verletzung des britischen Entertainers so schmerzhaft, daß Williams sich nach Informationen dieser Zeitung in der Nacht zu Sonnabend gegen Mitternacht in das Bundeswehrkrankenhaus an der Scharnhorststraße 13 in Mitte fahren ließ (vom Hotel Ritz-Carlton aus ungefähr zehn Minuten mit dem Auto entfernt). Etwa eine Dreiviertelstunde wurde Williams behandelt, danach fuhr er zurück ins Hotel. Die rechte Hand von Robbie Williams soll für die Nacht geschient worden sein. Seine größte Angst, hatte Williams auf seiner Pressekonferenz zum neuen Album "Intensive Care" gesagt, sei es lange gewesen, nicht Fußballspielen zu können. Der Ausrutscher auf dem Preussen-Rasen dürfte das Trauma manifestiert haben.

Während der Fahrt zum Krankenhaus und zuvor am Stadion des BFC Preussen hätte es beinahe weitere Verletzte gegeben: Fotografen lieferten sich filmreife Verfolgungen mit den Vans des Williams-Managements, Sicherheitsleute sollen den Autoschlüssel eines Fotografen einkassiert haben, ein Handy soll zu Bruch gegangen sein, die Polizei mußte die Situation auflösen. Williams, der im Stadion auf dem feuchten Rasen ausgerutscht war, saß dann wie in den Tagen zuvor bis nach drei Uhr früh im Ritz Carlton "Curtain Club". In den drei Berliner Nachtclubs, in denen man sein Erscheinen angekündigt hatte, warteten die Betreiber umsonst.

Schließlich hatte "Herr Williams" am Freitag bis etwa 19 Uhr im Stadion der Preussen als Mittelstürmer gekickt und gegen die 2. Herrenmannschaft des Oberligisten BFC Preussen 6:2 gewonnen, wie gestern der Präsident des Vereins, Jürgen Steinberg, berichtete. In der Halbzeitpause hatte man den Star mit einer Urkunde zum Ehrenmitglied der Fußballabteilung gekürt. Dem Präsidenten und seinen Vizes ist die Erleichterung anzumerken: "Wir haben nicht einmal unseren Familien etwas erzählt, Herr Williams sollte sich hier wie ein Privatmann fühlen", berichtet Steinberg.

Pechvogel der freundschaftlichen Partie war auf Preussen-Seite Torwart Michael Kolbe. Robbie Williams versenkte einen Elfmeter im linken unteren Eck des 22jährigen Keepers. "Er hat angetäuscht und dann den Ball in die andere Ecke geschoben", sagt der angehende Erzieher, der "schon auch ein bißchen stolz" ist, mit dem Briten gekickt zu haben.

Traurig dürften die Jüngsten des Vereins sein. Dafür, daß sie auf ihren Platz verzichtet hatten, hofften sie auf Autogramme des Sängers auf ihren Bällen. Nach der Handverletzung in der 80. Minute, konnte der Rechtshänder Williams allerdings nicht mehr schreiben. "Er wurde von unserem Physiotherapeuten Gün Muntez versorgt und hat das Spiel zu Ende gebracht", erzählt Manager Karlheinz Ulbrich.