Seit Monaten entzweit die Debatte um die Mauerkreuze die Stadt. Hier eine Chronologie der Ereignisse:
- 26.10.2004: Die Berliner Morgenpost berichtet über den Aufbau der 1065 Holzkreuze, die Alexandra Hildebrandt, Chefin des Mausermuseums, am Checkpoint Charlie zum Gedenken an die Maueropfer errichten läßt. Auf 120 Metern Länge waren 200 Mauersegmente aufgestellt worden. Der Bezirk genehmigt die "private Kunstaktion" bis zum 31.12.2004; zeitgleich läuft der Pachtvertrag mit dem Grundstückseigentümer, der Bankaktiengesellschaft (BAG) Hamm, aus.
- 27.10.2004: Senat, Bezirk und Parteien lehnen das Mahnmal ab. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) kündigt eine Überprüfung an.
- 31.10.2004: Das 8000 Quadratmetern große Mahnmal wird von Hildebrandt eröffnet.
- 7.11.2004: Mittes Bürgermeister Joachim Zeller (CDU) fordert ein Gedenkstättenkonzept des Senats.
- 9.11.2004: Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) lehnen weitere Mahnmale zur deutschen Teilung ab.
- 18.11.2004: Hildebrandt kündigt entgegen ihren ursprünglichen Zusagen an, das Areal zum Jahresende nicht zu räumen.
- 30.12.2004: Mittes Bürgermeister Joachim Zeller (CDU) verzichtet überraschend auf die Räumung.
- 2.02. 2005: Kultursenator Flierl kündigt bis April ein Gesamtkonzept für das Mauergedenken in Berlin an.
- 9.04.2005: Das Landgericht Berlin ordnet die Räumung des Mauer-Mahnmals an, nachdem die BAG Räumungsklage eingereicht hatte.
- 18.04.2005: Kultursenator Thomas Flierl (PDS) stellt sein Gedenkstättenkonzept vor. Zentraler Erinnerungsort an die Mauer soll danach die Gedenkstätte an der Bernauer Straße werden.
- 26.06.2005: Der Obergerichtsvollzieher des Amtsgerichtes Mitte kündigt die Räumung des Geländes für den 4. Juli an. - 27.06.2005: Die Räumung wird aus "organisatorischen Gründen" nicht am amerikanischen Nationalfeiertag vollzogen, sondern auf die frühen Morgenstunden des 5. Juli verschoben. - 2.07.2005: Aus Protest gegen die geplante Räumung der Holzkreuze kündigen Ex-DDR-Häftlinge an, sich am 5. Juli auf dem Areal anzuketten.
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