Checkpoint Charlie: Wem gehören die Grundstücke wirklich?

Der ehemalige alliierte Kontrollpunkt Checkpoint Charlie gilt neben der Bernauer Straße als eines der wichtigsten Symbole der Teilung der Stadt. Schon kurz nach dem Mauerfall im November 1989 gab es deshalb erste Forderungen, den Checkpoint Charlie als Gedenkstätte für die deutsche Teilung zu erhalten. Durchsetzen konnte sich diese Meinung jedoch nicht. Nach 28 Jahren Mauer gab es besonders im Westteil der Stadt eine starke Ablehnung, an dieses monströse Bauwerk zu erinnern.

Zudem war die Verlockung für die Berliner Politik groß, das in der Stadtmitte gelegene Areal gewinnbringend zu versilbern. 1992 wurde das Grundstück an die Checkpoint Charlie KG verkauft. Die von amerikanischen Investoren getragene KG wollte auf dem Gelände neuartig vernetzte Bürobauten errichten.

Das Vorhaben scheiterte jedoch, weil weder die geplanten Bürobauten zu vermieten waren noch es Interessenten für das Gelände gab, auf dem jetzt das Privat-Mahnmal steht. Im April 2003 mußte daher die Checkpoint Charlie KG Insolvenz anmelden. Nur wenig später trat die Berliner Volksbank als Gläubiger ihr Grundpfandrecht auf die Mauergrundstücke an die Bankaktiengesellschaft (BAG) in Hamm ab.

Allerdings schloß noch die Berliner Volksbank mit der Arbeitsgemeinschaft 13. August im August 2003 einen Pachtvertrag. Dieser wurde von der BAG im vergangenen Oktober zum Jahresende gekündigt, nachdem Alexandra Hildebrandt, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft und Chefin des Mauermuseums, eine 200 Meter lange Mauer hatte errichten lassen. Als Hildebrandt das Gelände im Januar 2005 nicht räumte, strengte die BAG vor dem Landgericht eine Räumungsklage an, der die Richter im April stattgaben.

gd