Berlins Clubszene spielt Verstecken: Was früher mal war, gibt's längst nicht mehr. Oder ist umgezogen oder hat einen neuen Namen. Wie schön, wenn man gute alte Bekannte wiederfindet. Das ColumbiaFritz etwa, das sich am 26. Juni dieses Jahres mit einer Party aus dem alten Kino am Columbiadamm verabschiedete, hat ein neues Zuhause gefunden: Es öffnet im Januar 2005 auf dem Gelände des ehemaligen Postbahnhofs am Ostbahnhof. Auch eine andere Berliner Club-Legende kehrt zurück. Love-Parade-Macher Ralf Regitz bestätigte, daß er im Mai 2005 das E-Werk an der Wilhelmstraße in Mitte wieder öffnen möchte. Dort sollen nach seinen Angaben nicht nur Partys gefeiert, sondern auch Konzerte gegeben werden.

Die Berliner Clubwelt ist also in Bewegung - Name und Betreiber wechseln: Beispiel DC3 am Marlene-Dietrich-Platz 4, der Nachfolger vom Dorian Gray. Dem Vorbetreiber wurde wegen Mietschulden gekündigt, nun versuchen es die Adagio-Betreiber mit einem neuen Konzept. Mit Soul und R'n'B am Freitag und Disco- und Dancecharts sollen 18- bis 25jährige angesprochen werden.

Der Trend geht vor allem zu einem Mix von Club und Lounge, also Tanzen und Abhängen unter einem Dach. Im ehemaligen Cox Orange an der Dircksenstraße 40 in Mitte hat es sich der Club Komfort gemütlich gemacht. In dem früherem Touri-Schuppen lümmelt man nun bei Kerzenschein auf roten Sofas und nippt an Cocktails, bevor man auf die Tanzfläche wechselt. Das ehemalige 12/34 an der Stralauer Allee 1 wurde während der Popkomm unter dem Namen Cooper neu eröffnet. Das Restaurant wird nun ab 23 Uhr zur Lounge, Speisegäste mutieren automatisch zu Clubgästen. Zielgruppe: Leute, die nicht erst nach Mitternacht losziehen wollen. "Die Busche" hingegen heißt immer noch "Die Busche" - und das, obwohl die schwullesbische Disco seit ihrer Gründung 1986 an der Buschallee in Weißensee schon mehrmals umgezogen ist. Kürzlich ist sie unter dem Motto "größer, schöner, besser" von der Mühlenstraße an den Warschauer Platz 1 gewechselt.

Auch das WMF ist seinem Namen treu geblieben. Der Club hat aber das Café Moskau verlassen und feiert am 22. November offiziell Eröffnung im neuen Winterquartier, dem ehemaligen Gasag-Gebäude an der Littenstraße 109.

Ist gut, bleibt gut, Ostgut: Der Club mußte Anfang 2003 an der Mühlenstraße schließen, macht jetzt bis Ende des Jahres aber an der Rüdersdorfer Straße 70 in Friedrichshain im Bewag-Heizkraftwerk wieder auf. Die Panoramabar ist schon in Betrieb. Etwas länger hat es auch gedauert, bis der Franz-Club in der Kulturbrauerei (Schönhauser Allee 36) - unter leicht geändertem Namen, denn das "Frannz" schreibt sich jetzt mit zwei "n" - sein Comeback feierte: 1997 geschlossen, seit September wieder eröffnet, bleibt der jetzt durchgestylte Club seinem Motto treu: erst Live-Musik, dann Party.