Britische Zeitungen haben gestern zum Besuch der Queen in Berlin den versöhnlichen Ton in der Rede von Elizabeth II. hervorgehoben.

Der linksliberale "Guardian" schreibt, daß das Staatsoberhaupt in Deutschland lautgewordenen Forderungen nach einer Entschuldigung für die Bombardierung Dresden durch alliierte Bomber die kalte Schulter gezeigt habe. Statt dessen habe sie die Versöhnung zwischen Großbritannien und Deutschland hervorgehoben.

Die konservative "Times" meint: Die Zeit der Stereotypen der Weltkriegszeit ist vorbei. Daß die Queen im Hotel Adlon logierte, "wo sich einst Goebbels mit seinen Fräuleins amüsierte", wollte die Times den Lesern nicht vorenthalten.

Der liberale "Independent" stellt fest, die Rede der Queen sei von dem Streit über den Ort ihrer Ansprache überschattet worden. Das Blatt greift Schlagzeilen in Deutschland auf, wonach Hitler im Zeughaus Propagandareden gegen England gehalten hat. Gleichzeitig macht es aber auch deutlich, daß Briten und Deutsche gelassen mit dem Thema umgegangen seien.

Der "Mirror" stellt die Versöhnung zwischen beiden Ländern in den Vordergrund, verzichtet aber auch nicht darauf, das Zeughaus als den Ort zu benennen "an dem Hitler sagte: England wird fallen".

Das Massenblatt "The Sun" schreibt: "Die Queen sprach bei ihrem Deutschlandbesuch über den Zweiten Weltkrieg - aber für die britische Beteiligung daran hat sie sich nicht entschuldigt. Sie beugte sich nicht dem Druck einiger deutscher Politiker, für die Bombardierung der Royal Air Force "sorry" zu sagen."