Der Fußballspieler Thorben Marx läuft für Hertha BSC und die U21-Nationalmannschaft auf, kuriert aber gerade seinen zweiten Kreuzbandriss aus.
"Es war am 13. September beim Spiel gegen Hannover 96. Mein Fuß ist im Rasen hängen geblieben, aber das Bein hat sich gedreht. Plötzlich lagen 82 Kilogramm nur auf dem linken Knie. Es hat nicht geknackt und auch nicht wehgetan. Aber als ich wieder stand, fühlte das Knie sich an wie ausgehakt. Ich wurde ausgewechselt, bekam Eis zur Kühlung und einen Stützverband und musste am nächsten Tag zur Kernspintomographie. Ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet. Ich kannte das ja schon. Und deshalb war es auch keine Überraschung, als der Arzt sagte: Kreuzbandriss.
Es ist mein zweiter Kreuzbandriss. Den ersten hatte ich vor fünf Jahren im rechten Knie. Zwei Kreuzbandrisse, das klingt im ersten Moment schlimm, aber ich bin zuversichtlich. Den ersten habe ich nämlich ohne Probleme überstanden, auch aus meinem Kopf ist die Verletzung raus. Ich bin damals nach sechs Monaten Pause vorsichtig ins Spiel gegangen, habe gleich beim ersten Zweikampf einen Schlag aufs Knie bekommen, es hat gehalten, damit war alles wieder gut.
Zwei Tage nach dem Kreuzbandriss im September haben sie mir bei einer Arthroskopie das vordere Kreuzband entfernt und den Meniskus geglättet. Drei Wochen später war dann die richtige OP, bei der das kaputte Kreuzband durch die Patellasehne ersetzt wurde. Am Anfang kann man im Krankenhaus nicht viel machen, außer das Knie zu streicheln. Aber inzwischen gehe ich schon wieder zum Aqua-Jogging und sechs Mal pro Woche zur Reha, jeden Tag für vier Stunden. Wenn alles gut geht, kann ich hoffentlich Ende März wieder spielen.
Komisch, wenn mir etwas passiert, dann richtig. Weil ich sonst nicht verletzungsanfällig bin, muss ich mich auch nicht so um meinen Körper kümmern. Der funktioniert. Aber meinen Knien könnte ich ja mal was gönnen. Vielleicht schenke ich ihnen zu Weihnachten Kashmir-Bandagen zum Wärmen."

